Wird automatisiertes Fahren zum Haftungsrisiko in der Waschanlage?

Die Debatte um die Zukunft des Autofahrens wird in Deutschland auch immer begleitet von der Frage: „Was passiert im Schadensfall?“ Hier geht es vor allem und die Haftung und die Verantwortung für Vorkommnisse, bei denen dritte Schäden erlitten haben. Schadensereignisse sind heute schon sehr ärgerlich und mit unter auch eine große finanzielle Belastung für die Beteiligten. Doch mit dem Wachsen des autonomisierten Fahrens wird die Frage der Haftung erneut gestellt.

Mit der Ausweitung des automatisierten Fahrens, eine der Vorstufen des autonomen Fahrens, wachsen die Bereiche, in denen Autofahrer nicht mehr vollständig alleine fahren. Die Debatte darum ist auch immer verbunden, mit der Frage der Haftung, wenn etwas schiefgeht.

Aktuell sind die ersten Fahrzeuge der Stufe 3 für den Straßenverkehr zugelassen. Insgesamt gibt es sechs Automatisierungsstufen. Stufe 0 sieht dabei keine Automatisierungen vor und Stufe 5 ist das vollständig automatisierte Fahren, das ohne Eingreifen des Fahrers erfolgt. Dies entspricht dem häufig genannten autonomen Fahren.

Haftung beim automatisierten Fahren

Bei der Automatisierungsstufe 0 liegt die Haftung beim Fahrer, der Schadensfälle verantworten muss. Zur finanziellen Absicherung des Geschädigten springt im Schadensfall grundsätzlich die Haftpflichtversicherung ein. Mit steigender Automatiseirung verändert sich dies und die Haftung liegt mitunter bei unterschiedlichen Haftenden.

CarwashPro.de hat bei Carl Michael Götte von der Götte-Gruppe gesprochen, um bei diesem Thema genauer nachzufragen.

CarwashPro.de: Wie bewerten Sie die haftungsrechtlichen Konsequenzen, wenn nicht mehr der Autofahrer für die Folgen seines Handelns haftbar gemacht werden kann?

Carl Michael Götte: Solange es sich um automatisierte Fahrzeuge handelt, die nicht autonom fahren, übergeben die Hersteller bis auf Weiteres die komplette Verantwortung bzw. die Kontrolle dem Fahrer des KFZ. Derzeit reden wir immer noch von Assistenzsystemen und nicht vom autonomen Fahren, dass nur für Testfahrten im engen Rahmen genehmigt wurde.

CarwashPro.de: Kennen Sie bereits Fälle, in denen automatisiertes Fahren in die Bearbeitung eines Schadensereignisses involviert war?

Carl Michael Götte: Nein. Dies ist auch in Waschanlagen mit einem stehendem Fahrzeug und Waschstraßen mit geringer Geschwindigkeit nicht sehr wahrscheinlich – zumindest derzeit.

CarwashPro.de: Wie wird sich diese Entwicklung auf Ihre Tätigkeit und Ihre Versicherung auswirken?

Carl Michael Götte: Wir gehen davon aus, dass es Möglichkeiten geben wird, alle Assistenzsysteme bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit zu deaktivieren. Mercedes und auch Tesla haben schon die „Waschanlagen“-Taste.

Aktuelles Thema beim CarwashPro Forum 2022

Wenn Sie aber schon jetzt auf dem aktuellen Stand der Diskussionen über den technischen Fortschritt sein wollen, können Sie am CarwashPro Forum vom 27. und 28. September 2022 in Köln teilnehmen. Dort wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion anhand verschiedener Sichtweisen über das Thema Schadensmanagement gesprochen. Carl Michael Götte wird als Referent vor Ort sein und steht allen Teilnehmern bei den zahlreichen Möglichkeiten zum Netzwerken für Fragen zur Verfügung.

Autor: Sandra Schäfer

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