Hendrew Loman Dos Santos, Heteren, Carwash Loman

Unternehmer streben mit verkürzter Waschstraße nach höherem Marktsegment

An drei verschiedenen Orten, über die Niederlande verteilt, wird momentan hart daran gearbeitet neue Carwash-Standorte fertigzustellen. Die drei Unternehmen bekommen dieselbe Anlage, eine Waschstraße von Istobal, Type TA. Obwohl es sich um dieselbe Maschine handelt, ähneln sich die Standorte keineswegs. CarwashPro besuchte mit Jan van Dillen von Eenzet Carwash alle Standorte und sprach mit den Betreibern.

Für die ‘Tour du Eenzet’, starten wir in Roermond, danach fahren wir nach Heteren, ganz in der Nähe des Hauptsitzes des Carwash-Lieferanten, um das ganze am Ende in Zeeland abzuschließen. Diese drei Waschstraßen wurden erst vor Kurzem gebaut und verfügen über eine Istobal-Maschine des Typs TA. Dieser Typ wird von Eenzet Carwash empfohlen, wenn erwartet wird, dass ein Unternehmen zwischen 20.000 und 30.000 Wäschen pro Jahr erzielen kann. “Sind es mehr, dann empfehlen wir die größere Waschstraße, den Typ TC”, merkt Van Dillen an.

Das TA-Model ist eine Art kurze Waschstraße mit einer Länge von max. 15,80 m. Es ist eine Kombination von einem M’NEX 22 Roll-Over und einer Kettenbahn, ausgeführt mit allen Accessoires, die in einer Waschstraße erwartet werden. “Denken Sie zum Beispiel an Hochdruck mit 70 Bar, einer Polierstation, Wachs und einem flexiblen, starken Gebläse.”

Kuzee

Das Projekt im Zeeländischen Middelburg ist laut Van Dillen wirklich das Paradebeispiel unter den Standorten. Es verfügt über die verkürzte Waschstraße inkl. sechs Waschboxen, und ist mit den neuesten Accessoires, wie Unterbodenwäscher und Hochdruckschaum, sowie einem zentralen Staubsaugersystem ausgestattet. Vor Ort wird für die Familie Kuzee gebaut, vor allem bekannt durch ihr Abschleppunternehmen. Hier werden weder Kosten noch Mühen gescheut, um sich vom Rest abzuheben.

Laut Van Dillen ist es außergewöhnlich, dass solch große Projekte an drei verschiedenen Standorten beinah zur selben Zeit fertiggestellt werden. “Es ist enorm viel Arbeit diese Anlagen mit unseren drei Teams alle zur gleichen Zeit zu installieren. Darum sind wir stolz, dass alles geklappt hat.”

Eins der Projekte ist den anderen ein Stück voraus. Heteren wurde nämlich kürzlich schon feierlich eröffnet. “Das ist der erste der drei Betriebe, der die Maschinen in Benutzung nimmt. Das Schöne ist, dass die Menschen, die die Waschstraße eröffnet haben, nichts vom professionellen Waschen von Autos wussten.”, bemerkt Van Dillen. “Aber der Enthusiasmus ist einfach großartig.”

Großer Umbau

In Roermond wird Clean Up Carwash in Kürze die neue TA-Waschstraße testen und danach findet die große Eröffnung statt. Als die Redaktion von CarwashPro ankommt, ist der Umbau noch im vollen Gange. “Das Grundstück, inklusive des Gebäudes, ist von Heuts Onroerend Goed und wurde bis vor Kurzem von Imo gepachtet, die hier eine Waschstraße stehen hatten”, bemerkt Dave Stuijts, Manager von Onroerend Goed. “Wir hatten die Idee das selbst in Angriff zu nehmen. Als der Vertrag auslief, entschieden wir, uns mit Eenzet Carwash an einen Tisch zusetzen.” Die Investitionsgesellschaft von Heuts beschloss, nach einer, durch den Istobal- Lieferanten, durchgeführte Potenzialberechnung, eine TA-Maschine anzuschaffen.

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Clean Up Carwash, Roermond, Istobal
Stuijts beim neuen Schild der Waschstraße, die das höhere Segment bedienen möchte.

“Wir haben uns für sie entschieden, weil sie überall mitdenken. Sie liefern nicht nur eine Maschine, sondern denken auch über das ganze Konzept mit nach. Die TA-Maschine passt genau zu dem, was wir wollen.” Stuijts lässt auch die Konkurrenz nicht außer Acht. Er sieht zwei größere Kontrahenten in Roermond.

“Laut unserer Berechnungen gibt es jedoch genug Kunden für jeden. Wir möchten uns absetzen, indem wir das höhere Segment bedienen. Keine Dumpingpreise, sondern Qualität.” Auch die Innenreinigung wird angeboten werden. Am Ende muss Clean Up Carwash mehrere Standorte eröffnen und jedem ein Begriff sein. “Wir sind schon an einem noch größeren Standort irgendwo in Limburg dran. Aber darüber kann ich noch nicht viel sagen.”

Starter des Jahres

Der Standort in Heteren liegt ganz in der Nähe des Hauptsitzes von Eenzet Carwash, im Gelderschen Andelst. Der Standort fällt schon von Weitem, durch die schicke Aufmachung des Gebäudes, auf. Das war, laut Betreiber Hendrew Loman Dos Santos (s. Foto über dem Artikel), auch eine bewusste Entscheidung. “Hier um die Ecke befindet sich der größte Porsche-Dealer der Niederlande. Sowieso gibt es hier in der Umgebung viele teurere Autos.”

Genau wie sein Kollege in Roermond, hat er nicht vor die Preise zu drücken. “Wir stehen für Qualität, und die hat ihren Preis.” Loman Dos Santos arbeitete zunächst beim Militär, hatte dort jedoch keine große Zukunftsperspektive. Das Unternehmen in Kombination mit seiner Liebe für Autos, sorgte dafür, dass er sich für eine Waschstraße entschied. “Früher arbeitete ich gegen Menschen, nun hole ich sie zu mir.”, sagt er lachend über seine Entscheidung die Armeestiefel gegen Gummistiefel einzutauschen.

Carwash Loman wurde durch den Schwiegervater Izak Mauritz finanziert. Er verdiente sein Geld in der Baumzucht und beschloss seinem Schwiegersohn bei dem Waschstraßenprojekt zu helfen. “Ich wollte etwas Neues machen. Ich übertrage meinen Betrieb in Kürze auf meinen Partner. Darum beschloss ich Hendrew hierbei zu unterstützen.” Zu seiner Verwunderung wurde Loman Dos Santos kürzlich zum ‘Starter des Jahres 2017’ gewählt, ein Preis der Rabobank für startende Unternehmer. “Jedes Quartal wird jemand gewählt. Am Ende des Jahres ist dann die richtige Wahl”, sagt er stolz. Mit seinen 22 Jahren ist er wahrscheinlich einer der jüngsten Carwash-Betreiber der Niederlande.

Autowaschpalast

Der letzte Ort, den wir besuchen, wird an der neuen Ringstraße der Stadt Middelburg gebaut. Hier baut Familie Kuzee an ihrem dritten Carwash-Standort in Zeeland. Durch die beeindruckende Halle, in der die TA-Waschstraße gebaut wird, wirkt die Maschine hier größer als bei den anderen Standorten.

“Es soll ein bisschen die Ausstrahlung von einem echten Autowaschpalast haben”, erzählt Bas Kuzee, Sohn von Ruud Kuzee und verantwortlich für den Waschstraßenbereich in dem Familienbetrieb. Er machte ein Praktikum und arbeitete einige Jahre bei Eenzet Carwash. Welchen Lieferanten er wählen würde, war dann auch ziemlich schnell entschieden.

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Kuzee, Middelburg, Autowaspark
Bas und Ruud Kuzee bei ihrer Waschanlge in Middelburg.

Dennoch musste sich der Carwasch-Lieferant immer wieder bei der Familie Kuzee beweisen. “Wir sind durch unsere Abschleppdienste groß geworden. Mit ihnen sind wir 24/7 erreichbar. Wir sind sehr serviceorientiert und erwarten dasselbe, wenn es um unsere Waschanlagen geht. Wenn etwas schief geht, muss es schnell gelöst werden. Eenzet kommt am nächsten an den Service ran, den wir erwarten.”

Der Standort muss Offenheit und Qualität ausstrahlen. “Wir haben uns für viel Glas entschieden.
Das spiegelt die Transparenz wieder, die wir ausstrahlen wollen. Wir haben sogar das Rolltor in Glas ausführen lassen – von oben, bis unten.” Das letzte war laut ihnen auch eher unüblich und bedeutete einen ordentlichen Aufpreis. Dennoch erwarten sie, dass sich ihre Investitionen auszahlen werden.

Große Investitionen

Van Dillen hatte viel Arbeit mit dem Projekt in Zeeland. “Es ist das erste Mal, dass wir in Waschboxen Unterbodenreiniger zugefügt haben. In 26 Jahren, in denen ich in der Carwash-Welt aktiv bin, habe ich eine solche Idee noch nie gehört.” Er musste daher auch lachen, als Ruud mit dieser Idee ankam. “Wir haben es sofort in Angriff genommen.” Sowieso wurde seiner Meinung nach, in Middelburg an alles gedacht. “Es wurden weder Kosten noch Mühe gescheut um es so zu realisieren, wie Ruud es wollte. Alles ist bis ins Detail hochwertig ausgearbeitet.”

Autor: Thom Mandos

Autoliebhaber mit einem Faibel für saubere Autos. Thom Mandos ist festangestellter Redakteur des Fachmagazins CarwashPro und schreibt ab und zu für andere Titel von ProMedia.

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