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Shell-Topmann: Das Autowaschen muss einfacher werden

Laut Duco Hoen, weltweit verantwortlich für die Autowaschanlagen bei Shell, muss das Autowaschen einfacher werden. Bequemlichkeit ist daher das Schlüsselwort in seiner Funktion als Global Category Manager Carwash. Hierbei beschäftigt er sich mit allem, was mit dem Autowaschen zu tun hat. Fachblatt CarwashPro bekam die Chance mit dem Shell-Topmann über die Strategie des Tankstelleunternehmens auf dem Waschmarkt zu sprechen. Währendessen thematisiert Hoen unter anderem unbemannte Waschanlagen und das Waschen auf Basis eines Abonnements.

An einem sonnigen Tag verabreden wir uns mit Duco Hoen. Nicht in der Hauptgeschäftsstelle in Rotterdam, sondern vor Ort, bei einer Shell-Niederlassung mit Roll-Over, gelegen beim President Rooseveltweg in der Maasstadt. Der Verantwortliche für alle Waschanlagen von Shell ist nur wenig in den Niederlanden anwesend. “Die eine Woche bin ich in Deutschland, die andere in Kanada. Ich reise um die Welt und untersuche welche Strategie wir auf dem Gebiet des Autowaschens per Land anwenden sollten. Eine meiner größten Prioritäten ist Bequemlichkeit. Es muss einfacher und serviceorientierter werden.”

Wie viele Waschanlagen hat Shell eigentlich?

“Momentan verfügen ungefähr 45 Prozent unserer eigenen Tankstellen über eine Waschanlage. Das bedeutet rund 2.000 automatisierte Waschanlagen insgesamt. Der Großteil der automatisierten Waschstandorte des Shellnetzwerks befinden sich in Europa und Kanada. In anderen Teilen der Welt, gibt es zwar Waschgelegenheiten, doch hierbei handelt es sich meist um Handwäscher, die bei einer unserer Tankstellen stehen.”

Worauf achtet Sie bei der Entscheidung, ob irgendwo eine Waschanlage eingerichtet werden sollte oder nicht?

“Wenn wir untersuchen, ob eine Tankstelle eine Waschanlage gebrauchen könnte, schauen wir primär nach dem Bedürfnis der Kunden in dem Gebiet. Es wird nicht nur nach der Waschanlage geschaut, wir schauen zum Beispiel auch nach der Möglichkeit einen Mahlzeit- oder Lunch-Service anzubieten. Wir untersuchen das bereits vorhanden Angebot von Fazilitäten in der Umgebung und betreiben Marktforschung. Wir müssen natürlich wissen, was es uns bringt. Das Wichtigste ist, zu untersuchen, ob ein Roll-Over oder Waschboxen überhaupt auf das Gelände passen. Zudem muss eine gute Balance gefunden werden zwischen Kraftstoff und Einrichtungen, die nichts mit Kraftstoff zu tun haben. Letzteres wird immer wichtiger.”

Wie bestimmen Sie, ob bei einer Tankstelle ein Roll-Over oder Waschboxen eingerichtet werden?

“Auch bei dieser Wahl geht es um das Bedürfnis der Kunden in der Umgebung. Wir müssen immer untersuchen was das mögliche Potenzial wäre. Auch die Jetwashes sind wichtig für uns. Wir würden uns zum Beispiel niemals für einen einzelnen Jetwash entscheiden. Wir haben gemerkt, dass eine Kombination von Waschboxen und einem Roll-Over eine sehr gute Lösung ist. Sie verstärken sich gegenseitig. In Hinsicht auf Bequemlichkeit erlangt unser Unternehmen eine immer anziehendere Wirkung, nicht nur auf dem Gebiet des Tankens. Die Leute müssen wissen, dass sie für mehr, als nur Benzin, zu uns kommen können. Daher haben wir an immer mehr Standorten warme Mahlzeiten für abends. Auch das Waschen des Autos ist ein wichtiger Grund, um bei Shell anzuhalten.”

Haltet Sie denn auch die Entwicklungen, was das Bereitstellen von Grund neben Autobahnen durch den Rijkswaterstaat betrifft, im Auge?

“Natürlich verfolgen wir auch diesem Trend. Momentan haben wir noch keine Pläne eine alleinstehende Waschanlage oder ähnliches entlang der Niederländischen Autobahn zu bauen. Ein wichtiger Punkt ist hierbei auch wieder, ob wir denken, dass es von Seiten des Konsumenten ein solches Bedürfnis gibt. Momentan denken wir nicht, dass es dieses Bedürfnis gibt und daher werden wir auch keinen bauen.”

Welche Art von Roll-Over richten Sie bei den verschiedenen Tankstellen ein?

“Die meisten Anlagen, vor allem hier in den Niederlanden, sind von Washtec. Natürlich behalten wir im Auge, was auf dem Markt zur Verfügung steht. Aber der Lieferant aus Zoetermeer hat die Ausschreibung gewonnen. Dadurch, dass wir so viele Tankstellen besitzen, bekommen wir natürlich Mengenrabatt, die den Ausschlag geben können. Wenn wir eine Tankstelle übernehmen oder umfärben, ist manchmal eine andere Waschanlage angeschlossen. Wir haben also nicht nur Wastec-Anlagen.”

Die Tankstelle hier in Rotterdam hat auch ein Roll-Over. Wie haben Sie hier den Bequemlichkeitsfaktor umgesetzt?

“Das Angebot musste ausgeweitet werden, mit Bequemlichkeit als Ausgangspunkt. Daher haben wir vor knapp zwei Jahren bei der Tankstelle in die Waschanlage investiert und haben diese unter anderem mit der ‘Stay-in-Car’-Funktion ausgestattet. Kunden können dann selbst wählen, was sie wollen. Bleiben sie im Auto sitzen, oder steigen sie aus dem Auto und warten auf der Bank vor dem Eingang. Letzteres ist bei schönem Wetter natürlich ideal. Wir haben hier eine Washtec Softcare Pro-Anlage.”

Was können wir in naher Zukunft auf dem Gebiet von Shell und Autowaschen erwarten?

“Darüber kann ich noch nicht so viel sagen. Ein kleiner Tipp, wir haben in Delft kürzlich eine Waschanlage bei einer Express-Station eingerichtet. Über die Ergebnisse sind wir überaus zufrieden. Also, vielleicht wird es noch Nachfolger geben. Das unbemannte Waschen ist in Prinzip auch nichts Neues für uns. In Skandinavien wird das schon viel länger gemacht, auch durch Shell. Das ist also mit Sicherheit etwas, das wir für die Niederlande im Auge behalten.”

Wie sieht es auf weltweiter Ebene aus?

“Wir sehen, dass in Asien die Nachfrage nach innovativen Waschgelegenheiten mit hohem Komfort wächst. In Hong Kong haben wir inzwischen eine Anzahl automatisierter Autowasch-Standorte. Das ist ein enormer Erfolg. Das ist also sicher ein Markt, den wir gut im Auge behalten. Südafrika hingegen, ist eine andere Geschichte. Dort wird noch immer hauptgeschäftlich mit der Hand gewaschen. Der Markt hat durch den Umfang und die relativ niedrigen Arbeitskosten eine andere Dynamik. Wir untersuchen letztendlich per Land und Standort wie wir uns am besten auf die Kundenbedürfnisse einspielen können.”

Was ist für Sie ein echtes Vorbildland, was die Autowäschen und Tankstellen angeht?

“Wir beobachten Kanada gut. Die Waschfrequenz ist dort viele Male höher als hier in Europa. Durchschnittlich waschen die Kanadier ihr Auto 22-mal pro Jahr. Auf dem Europäischen Markt sind es ungefähr siebenmal. Es ist natürlich schon ein anderes Klima. Durch die Kälte und das Streusalz, waschen Menschen das Auto öfter. Ein weiterer Grund dafür, dass Menschen ihr Auto dort öfter waschen, ist, dass viele Menschen das Waschen in Form eines Abonnements bezahlen. Das ist etwas, das wir auch weiterhin beobachten werden. Beispielweise ein fester Betrag pro Monat oder ein spezieller Pass. Menschen sind dann viel eher dazu geneigt ihr Auto öfter zu waschen.”

Autor: Thom Mandos

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