Vom richtigen Zeitpunkt, Ausstattung und Aufmerksamkeit

Gute Waschanlagen halten ewig. Aber auch die besten werden von der Zeit überholt und schließlich muss eine neue Anlage her. Wie wichtig es dabei ist, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, die optimale Ausstattung auszuwählen und für Aufmerksamkeit zu sorgen, weiß André Jung, Tankstellen- und Anlagenbetreiber in dritter Generation.

Bereits seine Großeltern betrieben in den 1960er Jahren eine Tankstelle, an der das liebgewonnene Auto noch von Hand gewaschen werden konnte. Seine Eltern übernahmen die Station, verpachteten sie jedoch zwischen 1980 und 2012. „Als der Pachtvertrag mit der ARAL erlosch, entschied ich mich, die Station unter der blauen Flagge wieder als Eigentümer-Tankstelle zu führen“, schildert André Jung seine Ausgangssituation vor nunmehr sieben Jahren, die ihn zu einer zweiten Tankstelle im zehn Kilometer entfernten Netphen führte.

Von der guten Veränderung

Tankstellen- und Waschanlagenbetreiber André Jung

Bereits vor der Eröffnung der zweiten Tankstelle, in den Jahren 2014 und 2015, machte der Unternehmer sich Gedanken über die Erneuerung der Portalanlage. Denn, auch wenn die Anlage weiterhin gute Ergebnisse erzielt und die Kunden zufrieden sind, sind Stand der Technik, ökonomische Aspekte und Veränderungen der Autos selbst nicht von der Hand zu weisen.

Für Jung galt es außerdem mit einem Wettbewerber im 15 Kilometer entfernten Kreuztal mitzuhalten. Dort wurde nämlich 2018 die Eröffnung einer neuen, modernen Anlage angekündigt. Um dieser Konkurrenz standzuhalten, entschied sich der Eigentümer für eine Modernisierung – nicht nur der Anlage und ihres Systems, sondern der kompletten Waschhalle.

Von der optimalen Ausstattung

Der Halle wurden neue Tore verpasst und sie wurde von Grund auf saniert. Dazu zählen auch Tiefbauarbeiten. Es wurden neue Wasserrohre verlegt, Spezialleitungen für den Hochdruck und ein Datenkabel, das Anlage und Multibox an der Kasse verbindet. So wurde das Waschkarten- von einem Ticketsystem abgelöst, was die Handhabung sowohl für den Kunden wie auch das Team verbessert.

Auch die Wasseraufbereitungsanlage wurde erneuert. Er entschied sich bei der Waschanlage für die Komplettlösung aus dem Hause WashTec. Die Aufbereitungsanlage AquaPur „läuft super“, wie Jung verrät. Mit ihr können nahezu 100 Prozent des Brauchwassers wiederverwendet werden, was nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel des Betreibers freut.

Für seine Kunden wollte der 37-jährige vor allem sicherstellen, dass die immer größer werdenden Autos auch hineinpassen und ordentlich gesäubert werden. Mit der SoftCare2Pro im XL-Format passen Fahrzeuge bis 2,60 Meter Höhe und 2,58m Breite problemlos hinein. Felgen bis zur 21-Zoll-Größe sind für den Radwäscher leicht zu bewältigen.

Auch an den Entertainmentfaktor hat Jung gedacht. Die Führungsschienen können variabel mit Beleuchtungsmustern bespielt werden, LEDs sorgen während des gesamten Wasch-, Pflege- und Trocknungsprozesses für eine mehrfarbige Lichtshow, die insbesondere die Autofahrer von morgen und übermorgen begeistern soll.

Von der Aufmerksamkeit

Nach der dreitägigen Montage auf neue Schienen mit breiterer Spur, lief die Anlage bereits nach dem ersten Test in regulärem Betrieb. „Ihre Feuertaufe bestand sie in hervorragender Manier bei großem Andrang vor der Waschhalle. Bereits als die Bauzäune verschwanden, scharrten die Kunden buchstäblich mit ihren ‚Hufen‘, um endlich wieder waschen zu können“, lacht André Jung.

Auf sein gutes Standbein allein wollte er sich jedoch nicht verlassen und entschied sich ebenfalls für Werbemaßnahmen der alten wie neuen Generation. Auf dem Dach wurde ein Würfel mit der Aufschrift „Neue Waschtechnik“ installiert, die Anlage über Facebook und die lokale Presse beworben.

Aufmerksamkeit durch Kunst: Perfekt auf Tankstelle und Autowäsche zugeschnitten, Bilder von WashTec

Außerdem dürfen sich Anwohner und Kundschaft über einen Augenschmaus freuen, der ebenfalls Aufmerksamkeit erregt: „Im Zuge der Baumaßnahmen ließen wir die Rückseite der Waschhalle verschönern. Ich traf einen Graffitikünstler. Er legte mir verschiedene Entwürfe vor, die mit Autowäsche und Tankstelle zu tun hatten. Während die Anlage eingebaut wurde, stand er auf einer Hebebühne, um ein zu unseren Dienstleistungen passendes Kunstwerk auf die Rückwand der Waschhalle zu sprühen. So etwas hat nicht jede Tankstelle und rundet das Gesamtbild sehr gelungen ab.“

Das Kunstwerk ist von der naheliegenden Zugstrecke aus sichtbar, Kunden müssen „erst“ die Treppe hinabsteigen, um es bestaunen zu können. Eine kleine Mühe, die sich aber mehr als lohnt.

Autor: Eva Heuft

Eva Heuft, studierte Germanistin und Anglistin, arbeitet als Redakteurin für das CarwashPro Magazin.

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