Brachliegendes Areal erstrahlt in neuem Glanz

In Ludwigslust wurde das ehemalige Eierlager, welches jahrelang unbefestigt als Parkplatz für das angrenzende Krankenhaus genutzt wurde, neu gestaltet. Florian Mernitz und sein Bruder Henrik haben die Initiative ergriffen und dort moderne SB-Waschplätze sowie einen E-Auto-Verleih aufgebaut.

Bis alle Kunden genau wissen, wie sie mit der Anlage umzugehen haben, sind die Brüder besonders am Wochenende noch in Ludwigslust. „Um den Leuten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und um zu schauen, was man vielleicht noch verbessern kann“, sagt Henrik Mernitz dem Ludwigsluster Tageblatt. „Es gibt auch immer noch eine gewisse Scheu gegenüber dem Automaten.“ Es wurde nämlich ein zentraler Bezahlautomat installiert, der für alle Waschplätze zentral die Steuerung übernimmt. Der Automat der „EasyCarWash“-Anlage bietet alle gängigen Bezahlmöglichkeiten an. Bar, Karte oder den sog. Waschschlüssel, den „CarWashKey“, der als PrePaid-Karte fungiert.

Konzept

Die Brüder wollten vor allem die Nachhaltigkeit mit ihrem Projekt im Blick haben. Das Reinigungspulver ist biologisch abbaubar, Osmosewasser sorgt für Streifenfreiheit nach der Reinigung. Zudem finden sich keinerlei Bürsten an der Anlage – sie funktioniert touchless. „Das Geheimnis ist der Aktivschaum, der langsam am Lack herunterrutscht und den Schmutz löst“, meint Florian Mernitz. Darüber hinaus haben die Mernitz-Brüder auch an größere Fahrzeuge gedacht. „Bei einer Durchfahrtshöhe von 3,50 Metern und einer Breite von fünf Metern passt bis zu 7,5-Tonnern alles durch die Boxen“, erzählt Henrik Mernitz.

Für die Herausforderungen der Zukunft gehen die beiden aber noch einen Schritt weiter. Direkt an der SB-Anlage vermieten sie E-Fahrzeuge. Der Strom für die installierte Ladeinfrastruktur und den Bedarf der Waschanlage soll künftig ebenfalls direkt vor Ort produziert werden. Der neu angelegt Parkplatz wird demnächst mit Carport-Dächern versehen, auf dem eine Fotovoltaikanlage montiert werden soll. So sollen auf ca. 2000 Quadratmeter gut 300 000 Kilowattstunden Strom im Jahr produziert werden. Ist der Bedarf gedeckt, soll ein Teil weiterhin für bedeckte Tage gespeichert werden, nur der Überschuss geht dann ins öffentliche Netz.

Die Stadt in Mecklenburg-Vorpommern zählt gut 12000 Einwohner. Der Schritt hin zur Elektromobilität war aber kein unüberlegter, versichern die Brüder. „Ja, warum nicht Ludwigslust?“ hält Henrik Mernitz dagegen. „Elektromobilität ist doch nicht nur etwas für Großstädte. Und wir sollten ja die ländliche Entwicklung nicht vergessen.“ Die beiden Pioniere betreiben bereits Anlagen in Schwerin, Hagenow und Parchim. Weitere Standorte sind geplant.

Autor: Eva Heuft

Eva Heuft, studierte Germanistin und Anglistin, arbeitet als Redakteurin für das CarwashPro Magazin.

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