Maintech: Die Auswirkungen der Coronakrise auf den niederländischen Autowaschsektor sind gering

Peter de Wit geht die Dinge etwas anders an als seine Konkurrenz und hat dadurch nicht unter der Coronakrise gelitten. Er ist nicht nur Geschäftsführer eines Unternehmens, das Waschanlagen entwickelt und Autowaschprojekte überwacht, sondern auch als unabhängiger Wartungstechniker tätig. Maintech befindet sich nicht in einem großen Bürogebäude in einem Industriegebiet, sondern in einem abgelegenen Gebiet mitten im Grünen in Bodegraven. Es passt zum Kurs des selbstständigen Unternehmers, der seine eigenen Ziele verfolgt. 

An welchen Projekten arbeiten Sie gerade?

„Ich schließe derzeit zwei große Projekte in Luxemburg ab. Das benötigt viel Zeit. Ich arbeite an zwei Autowaschanlagen in derselben Region. Es geht um den Norden Luxemburgs. In dieses Grenzgebiet kommen viele Deutsche und Belgier, weil sie dort günstig tanken und Tabak kaufen können. Um diese Zielgruppe anzulocken, werden zwei voneinander unabhängige Autowaschanlagen gebaut. Der eine Standort verfügt über eine 25-Meter lange Waschstraße und der andere Unternehmer hat sich für eine von 28 Metern Länge entschieden. Beide Waschanlagen sind aus Edelstahl gefertigt.“ 

Wie sind Sie in Luxemburg gelandet?

„Ich wurde von einem Unternehmer darum gebeten, eine neue Anlage zu entwerfen und zu installieren. Ich ersetzte eine Waschanlage im Einkaufszentrum Massen in Weiswampach. Ein Bekannter des Unternehmers, für den ich den Auftrag ausgeführt habe, war beeindruckt und fragte, ob ich ihm auch helfen könne. Das war möglich und so kam das zweite Projekt zustande. Direkt hinter der Grenze bei Bastogne in Pommerloch habe ich die Autowaschanlage einer Q8 Niederlassung komplett ersetzt. Die veraltete Waschanlage wurde entfernt und ein neues System installiert. Darüber hinaus wurde die gesamte Waschhalle überholt und es wurden zwei Waschboxen, zwei Recyclingsysteme und ein zentraler Staubsaugerplatz realisiert.“ 

Wodurch unterscheidet sich die von Ihnen entworfene Waschanlage von anderen Systemen?

„Mein Design basiert auf italienischer Technologie, die ein ’niederländisches‘ Aussehen erhalten hat. Ich verwende die EVO 360-Technologie, die seit ungefähr fünfzehn Jahren erfolgreich läuft. Ich habe Verbesserungen nach eigenem Ermessen vorgenommen und dem Ganzen ein nordeuropäisches Aussehen verliehen. In Italien und Spanien werden Waschanlagen aufgrund des Klimas häufig mit einer Lackbeschichtung versehen. Nach einem Jahr in Gebrauch sieht diese Farbe nicht mehr so ansehnlich ​​aus, weil sie abblättert. Das Bürstensystem besteht aus schräg mitlaufenden Bürsten, wodurch das Auto um 360 Grad gewaschen und getrocknet werden kann. Das Betriebssystem ist mit meiner Software ausgestattet und komplett über Fernbedienung steuerbar. Die Bürsten stammen von meinem Bruder Ron, der exklusiver Importeur von Morelite-Bürsten ist. Das Farbschema, das bei den Projekten in Luxemburger verwendetet wurde, wurde speziell für diese Anlagen zusammengestellt und entwickelt. Zudem bin ich in der Lage, Verbesserungen durchzuführen, über die andere Waschunternehmen nicht verfügen.”

Können Sie ein Beispiel für eine solche Verbesserung geben, die Sie vorgenommen haben?

„Ich habe eine spezielle Auffahrhilfe hergestellt, die den Besuchern von Autowaschanlagen die Auffahrt aufs Kettenförderungsband erleichtert. Einige Leute finden es schwierig, ihr Auto zu positionieren, und das kann Stress verursachen. Die Auffahrhilfe vereinfacht diesen Vorgang mithilfe von zwei Rollen. Die eine Rolle ist verborgen und gegen die sichtbare Rolle fährt der Kunde das Auto. Wenn die Ampel auf der Fahrspur eingeschaltet ist, hat der Kunde Zeit, sein Fahrzeug in den Leerlauf zu schalten. Dann schiebt die versteckte Walze das Auto in die Autowaschanlage, wodurch das Hauptförderband synchron läuft und das Auto übernimmt. Diese Auffahrhilfe eignet sich sehr gut für unbemannte Standorte.“ 

Hatte die Coronakrise Auswirkungen auf Ihre Arbeiten?

„Ja, auf das Projekt in Luxemburg schon. In Belgien und Luxemburg war es aufgrund der Coronakrise eine schwierige Zeit für Waschanlagen. Autowaschanlagen bei unseren südlichen Nachbarn wurden gezwungen, zu schließen, was zu Einkommensverlusten führte. Ich habe das Gefühl, dass das Virus in den Niederlanden keinen so großen Einfluss auf die Branche hatte. Das erste Halbjahr war wie in den Vorjahren sehr gut. Die Leute kamen auch während der Krise in die Autowaschanlagen. Es war einer der wenigen Orte, die man sicher besuchen konnte. In den Niederlanden werde ich oft als unabhängiger Reparaturbetrieb hinzugezogen. Ich arbeite markenunabhängig und bin selbstständiger Unternehmer, was mir zu einer besonderen Position verhilft.“ 

Wie stellen Sie als Einzelperson sicher, dass die Anlagen in Luxemburg weiterhin ordnungsgemäß funktionieren?

„Alle Waschanlagen sind mit einem Kamerasystem ausgestattet, mit dem ich alles fernüberwachen kann. Wenn es eine Störung gibt, kann ich sie von zu Hause aus beheben. Ich muss also nicht Hals über Kopf ins Auto springen, um drei Stunden später einen kleinen Fehler am Zielort zu beheben. Ich kann den Kunden aus der Ferne behilflich sein. Diese Option ist Standard in allen meinen Paketen enthalten. Ob Sie einen Staubsaugerbereich, eine Waschbox oder eine Waschanlage kaufen – ich überwache alles. Der Besitzer kann alles auch selbst mit einer App auf seinem Smartphone überprüfen.“ 

Was ist die Zielgruppe von Maintech?

„Meine Waschanlagen eignen sich für Unternehmer, die mit etwa fünfzig bis sechzigtausend Wäschen pro Jahr zufrieden sind und dennoch etwas Geld mit ihren Anlagen verdienen möchten. Hierbei geht es oft um kleinere Autowaschanlagen, wie Sie sie in kleineren Orten in Nordeuropa finden. Diese Standorte sind zufrieden, wenn sie dreißigtausend Wäschen pro Jahr erzielen. Viele dieser Unternehmen befinden sich nicht an sichtbaren Orten, sondern mitten im Nirgendwo. Sie richten sich an ein völlig anderes Publikum und benötigen keine superteuren Waschanlagen, da diese sich nicht rentieren. Ich installiere meine Waschanlagen hauptsächlich zusammen mit anderen Freiberuflern, von denen einer in der Nähe des Standorts lebt. Ich bevorzuge es, wenn diese Person ein Bekannter des Eigentümers der Waschanlage ist.“ 

Das Entwickeln einer Waschanlage klingt ziemlich exklusiv. Dennoch richten Sie sich an kleinere Unternehmen.

„Meine Preise sind nicht so hoch, weil ich das Backoffice niedrig halten kann und keine hohen Gesamtkosten habe. Außerdem kann ich die Technologie aus Italien recht günstig erwerben, da ich direkt mit dem Maschinenhersteller zusammenarbeite. Es ist eine ziemlich einfache Technik ohne komplizierte Teile. Das ist wichtig. Alle Teile sind frei auf dem Markt erhältlich und stehen in jedem Land zur Verfügung. Das Tolle ist, dass alle Module eines Waschtunnels auch separat erhältlich sind. Ob sich der Kunde eine Edelstahlförderkette oder ein schönes Eingangsportal wünscht: Alles ist möglich. Ich erhalte den Großteil meiner Aufträge durch Mundpropaganda. Auf diese Weise bin ich auch nach Dänemark gekommen, wo ich eine Waschanlage installieren durfte. Ich vereinbare mit dem Kunden einem Entwurf, der dann in Italien hergestellt und vom Werk an den Kundenstandort geliefert wird.”

Autor: Frank van de Ven

Frank van de Ven ist Redakteur bei CarwashPro.nl. Regelmäßig schreibt er Artikel für CarwashPro.de.

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