Stefan Sulzmaier AUWA WashTec 2023
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Neuer AUWA-Geschäftsführer im Interview

Foto: AUWA

An der Spitze der AUWA-Chemie GmbH gab es in diesem Sommer einen Personalwechsel. Stefan Sulzmaier ist seit dem 15.08.2023 Geschäftsführer der WashTec Tochter AUWA-Chemie GmbH. Gemeinsam mit Dr. Ralf Koeppe leitet er die Geschäfte der international bekannten Marke für umweltfreundliche Wasch- und Pflegechemie von WashTec. 

Der erfahrene Chemie-Manager Stefan Sulzmaier wird zukünftig bei AUWA die Bereiche Marktentwicklung, Produktmanagement und Vertrieb verantworten. Im Fokus seiner Tätigkeit steht dabei die Verstärkung der Aktivitäten rund um die Entwicklung von Waschchemikalien für die Fahrzeugwäsche, mit denen WashTec noch stärker unter anderem an den nordamerikanischen Markt gehen will.

Von 2019 bis 2023 gehörte der aus Niederbayern stammende Stefan Sulzmaier zur Geschäftsleitung der Menzerna Polishing Compounds GmbH in Ötigheim, dem Weltmarktführer im Bereich Lackpflegeprodukte und Poliermittel. Dort war er als Geschäftsführer für alle Vertriebs- und Marketingaktivitäten der Unternehmensgruppe sowie die Entwicklung von Märkten wie USA und China und den Aufbau des Online-Geschäftes verantwortlich. In den Jahren davor führte Stefan Sulzmaier unter anderem den Geschäftsbereich Oil, Gas and Chemicals des Prüf- und Zertifizierungskonzerns SGS Germany GmbH.

„Wir freuen uns, mit Stefan Sulzmaier einen ausgewiesenen Chemieexperten zur Weiterentwicklung unserer Expansionsstrategie für die Geschäftsführung der AUWA gewonnen zu haben und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, erklärt Dr. Ralf Koeppe, CEO WashTec AG und Geschäftsführer AUWA-Chemie GmbH.

CarwashPro.de hat Stefan Sulzmaier zu seiner Einschätzung der Lage im Bereich Waschchemie und zu internationalen Entwicklungen befragt.

Interview mit AUWA-Geschäftsführer Sulzmaier

CarwashPro.de: Wie bewerten Sie die Verbindung der zwei großen Themen in der Waschbranche: Nachhaltigkeit und Qualität durch Waschchemie? Wie lässt sich dies vereinen?

Stefan Sulzmaier: Es ist in der Tat erfreulich zu sehen, dass Nachhaltigkeit und Qualität als maßgebliche Themen für die Zukunft anerkannt werden. Wir sind fest davon überzeugt, dass diese beiden Aspekte einander bedingen und eng miteinander verbunden sind. Ein engagierter Umweltschutz und herausragende Waschleistung schließen sich nicht aus. In diesem Zusammenhang hat AUWA nach jahrelanger intensiver Entwicklungsarbeit das Produktsortiment Green Car Care erfolgreich am Markt etabliert. Dieses zeichnet sich durch kompromisslose Waschqualität mit höchster Umweltverträglichkeit aus.

Durch kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung unserer Rezepturen im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Waschqualität optimieren wir zugleich unsere Chemie entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dies umfasst die Auswahl nachhaltiger Rohstoffe, die Gestaltung umweltfreundlicher Transportverpackungen sowie die Verträglichkeit in Wasseraufbereitungsanlagen und Abwässern. Auf diese Weise bieten wir unseren Partnern Unterstützung dabei, ihre eigenen Nachhaltigkeitskennzahlen zu verbessern.

CarwashPro.de: Wie bewerten Sie die Entwicklungen der internationalen Waschmärkte im Vergleich mit Blick auf den Einsatz von Waschchemie (Qualitätsstufe, Menge, Produktsicherheit, Produktvielfalt)?

Stefan Sulzmaier: Die Erwartungen der Autowaschnutzer steigen, während gleichzeitig aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten das Budget der Verbraucher etwas knapper geworden ist. In vielen Ländern hat dies zu einer vermehrten Nutzung von kostengünstigen SB-Waschanlagen geführt. Bei Nutzern von herkömmlichen Portalanlagen tendiert die Auswahl vermehrt zu einfacheren Waschprogrammen, bzw. zu einer geringeren Zahl von Wäschen. Gleichzeitig bleibt die Erwartung bestehen, dass die Waschqualität hoch ist und das Fahrzeug am Ende der Waschanlage makellos sauber ist. In diesem Kontext hat AUWA die Waschchemie weiterentwickelt, um auch in den preisgünstigeren Waschprogrammen erstklassige Ergebnisse zu erzielen. Die Situation in den USA präsentiert sich diametral anders. Hier sehen wir eine signifikante Zunahme von Investitionen im Bereich Autowäsche, und die Kunden nutzen Waschanlagen in einem noch nie dagewesenen Maße. Der Markt in den USA ist traditionell anspruchsvoll und von intensivem Wettbewerbsdruck geprägt. Insofern ist und bleibt das für uns ein sehr interessanter Markt mit großem Wachstumspotenzial.

CarwashPro.de: Können Sie grundlegende Merkmale erkennen, nach denen Waschkunden international ihre Präferenzen bei Waschanlagen und Waschchemie wählen?

Stefan Sulzmaier: In Ländern wie Frankreich und Italien hat die Nutzung von kostengünstigen SB-Waschanlagen zugenommen. Insbesondere in Frankreich wurde dieser Trend durch zeitweise behördliche Stilllegungen von Waschanlagen verstärkt. Diese Maßnahmen waren eine Reaktion auf vermehrte Dürreperioden im aktuellen Jahr und dem daraus resultierenden Druck zur Wasserersparnis.

In Deutschland bleibt die traditionelle Portalanlage weiterhin die bevorzugte Wahl für Autowäschen. Dennoch beobachten wir einen rückläufigen Trend bei den Waschzahlen. Im Premiumsegment hingegen verzeichnen wir eine steigende Nachfrage nach hochwertigen Wäschen in Tunnelwaschanlagen. In den USA steigen die Waschzahlen deutlich. Auch hier ist überraschenderweise ein gestiegenes Kostenbewusstsein die Ursache. Bei den US-Verbrauchern lässt sich gegenwärtig ein Trend beobachten, der von der kosten- und arbeitsintensiven Autopflege im Detailing hin zur kostengünstigeren automatischen Autowäsche abdriftet. Der Markt verzeichnet aktuell eine Zunahme an sogenannten Express-Carwash-Anlagen, wobei dieser Trend vor Ort häufig mit dem rasanten Wachstum des Kaffeehausriesen Starbucks verglichen wird. Dies geschieht aufgrund der beeindruckenden Geschwindigkeit, mit der neue Autowaschanlagen entstehen.

CarwashPro.de: Ein Chemiewechsel ist immer ein besonderer, oft auch kritischer Moment in der Waschanlage. Welche Empfehlung zu diesem Thema können Sie Betreibern von Waschanlagen geben?

Stefan Sulzmaier: Für Betreiber von Waschanlagen stehen unterschiedliche Anforderungen im Vordergrund. Bei solchen, die vor allem auf den Einkaufspreis achten, erfolgt oft ein rascher Austausch vergleichbarer Produkte. Hingegen gestaltet sich dies bei Performance-Produkten im Bereich der Trocknungshilfe und Versiegelung schwieriger. In diesem Zusammenhang empfehle ich, neue Produkte eingehend zu testen und während dieser Testphase verstärkt mit den Nutzern zu kommunizieren. Die Stammkundschaft erweist sich hierbei als besonders wertvoller Ratgeber. Zudem gewinnt Social Media zunehmend an Bedeutung als Quelle für Feedback. Die Produkte von AUWA haben sich auf diese Weise durch Empfehlungen von Nutzern auf Plattformen wie Instagram für zahlreiche Betreiber als die bevorzugte Wahl etabliert. Um ideal aufeinander abgestimmte Produkte zu verwenden, ist es vorteilhaft
alle Produkte eines Herstellers zu verwenden.

CarwashPro.de: Auf welche Neuheiten können AUWA-Kunden in der nahen Zukunft gespannt sein?

Stefan Sulzmaier: Das Team von AUWA arbeitet derzeit intensiv an der Weiterentwicklung der bereits äußerst erfolgreichen TecsLine-Produktlinie. Dabei streben wir als Marktführer in Deutschland und Europa an, unsere Vorreiterrolle in den Bereichen Nachhaltigkeit und Qualität auch international weiter auszubauen. Insbesondere fokussieren wir uns auf die Entwicklung von Produkten für die Anwendung in Touchless-Anlagen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der wachsenden Tendenz von Herstellern wie Tesla, die herkömmliche Autowäsche mit Waschbürsten zunehmend ausschließen. Unser Ziel ist es, innovative Lösungen anzubieten, die den Bedürfnissen dieser Entwicklungen gerecht werden.

Autor: Sandra Schäfer

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