Portalwaschanlagen: Eigenwäsche oder Lohnwäsche

Für viele Kfz-Händler und Autowerkstätten scheint eine Portalwaschanlage eine interessante Anschaffung zu sein. Doch die Kosten allein sind nicht entscheidend über den finanziellen Erfolg einer solchen Investition.

Wer saubere Fahrzeuge und Fahrzeugteile bearbeiten muss oder abschließend an seine Kunden zurückgeben möchte, kommt um eine Fahrzeugwäsche nicht herum. Die Zeiten der Handwäsche durch Mitarbeiter sind allerdings schon längst vorbei. Auch wenn die Wahl einer eigenen Portalwaschanlage naheliegend ist, gibt es grundsätzlich auch noch Alternativen. Die einfachste Version der Wäsche ist die Hochdruckwäsche. Besonders für die Reinigung von Fahrzeugteilen in Werkstattbetrieb ist dies eine einfache und schnelle Problemlösung. Doch sobald zum klaren Wasser auch noch Waschzusätze hinzukommen, steigt der Aufwand. Auch komplette Fahrzeuge können mit der Hochdruckreinigung gesäubert werden, aber das Waschergebnis wird in den wenigsten Fällen den Ansprüchen der Endkunden genügen.

Für eine vollständige Fahrzeugwäsche gibt es dann die Alternative der Fremdwäsche. Hier fallen die Kosten pro Wäsche und die Personalkosten für die Bedienung der Fahrzeuge an. Je nach Standort und bei guten Konditionen ist eine Fremdwäsche durchaus wirtschaftlich.

Standortanalyse vor der Entscheidung

Schließlich kann auch eine eigene Portalwaschanlage genutzt werden. Hier gilt es zu entscheiden, ob diese ausschließlich zur Eigennutzung gedacht ist. Möglich ist nämlich auch eine Nutzung durch externe Waschkunden, die sogenannte Lohnwäsche. Gleich für welchen Zweck ist vor der Anschaffung eine professionelle Standortanalyse notwendig. Es gilt das Waschpotenzial im Einzugsgebiet zu ermitteln. Dieses umfasst etwa eine Umgebung von drei bis acht Kilometer um die Anlage herum. Der Bewertungsfaktor für erwartete Wäschen aus dem Rand des Umkreises sollte dabei niedriger angesetzt werden. Das Waschpotenzial hängt von der Bevölkerung und deren Motorisierungsgrade ab. Dieser kann bei der Zulassungsstelle vor Ort erfragt werden. Ein Blick in die Abwasserverordnung der Gemeinde zeigt, ob damit zu rechnen ist, dass Autofahrer ihr Auto auch eigenständig auf dem Privatgelände waschen können. Danach gilt es zu ermitteln, wie die unmittelbare Umgebung strukturiert ist. Die Straßenfrequenz zeigt, wie viele Fahrzeuge täglich am potenziellen Standort vorbeifahren. Dabei sind Geschwindigkeiten von weniger als 50 km/h von Vorteil. Die Nähe zu einem Stadtzentrum, zu einem Gewerbegebiet mit Endkundenfokus und ein Einkaufszentrum werden sich deutlich positiv auf die Waschzahlen auswirken.

Abschließend bleibt noch der Blick auf die eigene Anlage und die baulichen Gegebenheiten. Je leichter Kunden in die Portalwaschanlage ein- und ausfahren können, desto attraktiver ist diese für die Kunden. Zusätzlich sollte eine Möglichkeit zur Vor- und Nachbereitung der Wäsche geboten werden. Hier bieten sich auch Optionen für Zusatzgeschäfte mit SB-Waschplätzen, Saugern, Mattenreinigern und weiteren Kundenservices. Neben dem Platzbedarf der Anlage und der zusätzlichen Services muss auch ein möglicher Bau oder Umbau der Wasseraufbereitungsanlage bedacht werden.

Lohnwäsche als Umsatztreiber

Berechnet man die Kosten einer Portalwaschanlage und aller nötigen Baumaßnahmen kann es bei günstigen Bedingungen bedeuten, dass eine Waschanlage als Lohnwäsche zusätzlichen Umsatz bieten würde. Je nach Kosten für Wasser- und Abwassergebühren, Wartung und Reparatur fallen pro Wäsche Kosten von etwa einem Euro an. Die Einnahmen für eine Fahrzeugwäsche liegen meistens zwischen fünf und zehn Euro, bei der Premiumwäsche auch über zehn Euro. So amortisiert sich eine Portalwaschanlage in vielen Fällen schon nach kurzer Zeit.

Immer mehr Autohäuser und Gebrauchtwagenhändler berichten von einer Umsatzsteigerung nach Installation einer Lohnwäsche. Eine attraktive Portalwaschanlage würde neue Kunden ansprechen. Dies wirke sich positiv auf den Absatz von Zusatzprodukten aus und kurbele auch den Umsatz beim Fahrzeugverkauf an. Die Kunden lernen über die Portalwaschanlage den Autohändler kennen und werden auf Aktionen und Angebote aufmerksam. So werden aus Waschkunden schließlich auch Kunden des Kfz-Händlers.

Autor: Sandra Schäfer

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