Weltwassertag: Schließungen wegen Wasserknappheit?

Der 22.03. war der jährliche Internationale Weltwassertag. An vielen Stellen wurde an das Trinkwasser, den sparsamen Verbrauch und die gemeinsame Aufgabe, die Qualität des Wassers zu sichern, erinnert. Wasser ist in der Carwash-Branche ein unersetzliches Gut, sodass Betreiber sowohl von der Qualität des Wassers aus der Leitung als auch von der Qualität des Abwassers essenziell betroffen sind.

In Autowaschanlage spielt Wasser eine zentrale Rolle. Es gibt viele Gründe, warum Carwash-Betreiber sparsam mit dieser Ressource umzugehen versuchen. Einerseits sind die Kosten für Frischwasser eine relevante Größe in der Kostenkalkulation einer Waschanlage. Andererseits wächst auch der ökologische Druck, Wasser sparsam einzusetzen und Verschmutzungen so gering wie möglich zu halten. Wasseraufbereitungsanlagen und die Nutzung von Regenwasser sind daher heutiger Standard in Waschanlagen. Doch noch ein weiters Thema wird für die Carwash-Branche zukünftig von steigernder Wichtigkeit: Wasserknappheit.

Wasserknappheit wird sich ausweiten

Wasserknappheit und Dürre sind für viele Menschen ein Problem der Regionen um den Äquator. Nach Angaben der Vereinten Nationen müssen derzeit etwa 700 Millionen Menschen mit Wasserknappheit leben. Diese Zahl wird schon im Jahr 2025 bei über drei Milliarden liegen. Doch die letzten Sommer haben gezeigt, dass auch Deutschland unter Wassermangel leidet. Wie stark sich dies im kommenden Sommer auswirken wird, ist derzeit noch nicht verlässlich absehbar.

Trockenheit könnte sich verstärken

Als in den letzten Sommermonaten das Trinkwasser mancherorts knapp wurde, wurde die Bevölkerung aufgefordert, Trinkwasser sparsam zuwenden. Dies könnte uns auch zukünftig begleiten, wenn auch nicht in allen Regionen in Deutschland in gleichem Maße. Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind vor allem die Regionen im Nordwesten, Nordosten und Osten Deutschlands betroffen. Diese läge am Zusammenhang mit der typografischen Gestaltung der Landschaft und den Möglichkeiten der Austrocknung durch Wind. „Fehlt auf feinsandreichen und lehmig-sandigen Böden dann noch eine geschlossene Bodenbedeckung, kann bei Trockenheit die Winderosion angreifen“, so das Umweltbundesamt in einer Veröffentlichung.

Regenwassernutzung hat derzeit noch immer großes Potenzial der Verbesserung der Gesamtsituation. (Quelle: Pixabay)

Wasser sparen in der Dürre

Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Trinkwasser sparsamer einzusetzen. Sogar kommunale Verbote zur Nutzung von Trinkwasser für den Garten oder andere als nachrangig bewertet Zwecke wurden im Jahr 2020 ausgesprochen. Doch hier beginnt das Problem. Selbstverständlich soll Trinkwasser in erster Linie als Lebensmittel zur Verfügung stehen, ohne dass es hier zu einer Knappheit kommt. Doch in der Reihenfolge der Wasserabhängigkeit nach dem Bereich der Lebensmittel wird die Frage der Priorisierung schwieriger. Welche Wassernutzung ist wichtiger als die andere? Welche Industriezweige sind nachrangig und welche gewerbliche Nutzung könnte zuerst reglementiert werden? Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) plädiert für einen gemeinschaftlichen Ansatz der Wassernutzung, die alle Interessen beachten. „Die Interessen aller […] Nutzer – Industrie, Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt – müssen angemessen berücksichtigt, Mindestwasserführungen für ökologisch intakte Gewässer gesichert werden. Industrie und Landwirtschaft müssen verpflichtet werden, alle Potenziale für eine nachhaltige und sparsame Wassernutzung auszuschöpfen. Mit einem intelligenten Wassermanagement kann auch langfristig die Versorgungssicherheit für alle Nutzergruppen gewährleistet werden.“

Wasserverbände sehen Verbesserungspotenzial

„Die zu nehmende Zahl extremer Wetterereignisse aufgrund des Klimawandels,  wie Dürreperioden oder Starkregenereignisse machen Anpassungen der Wasserinfrastruktur notwendig“ betont Martin  Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Und auch die DWA fordert ein Umdenken, im Umgang mit Wasser. Sie plädiert für eine stärkere Nutzung des Regenwassers, um den Einsatz von Trinkwasser zu reduzieren. „[Es] sollte auch in Deutschland öfter hinterfragt werden, ob nicht für mehr Anwendungen in den Kommunen Wasser eingesetzt werden kann, das nicht Trinkwasserqualität hat. Denkbar ist dies zum Beispiel bei der Bewässerung von Grünanlagen und Gärten, der Straßenreinigung, der Kanalspülung oder in Autowaschanlagen. Hierzu müssten vermehrt Anstrengungen unternommen werden, auch auf kommunaler Ebene Wasserkreisläufe zu schließen, etwa indem Niederschlagswasser nicht abgeleitet, sondern möglichst ortsnah versickert und dem Grundwasser zugeführt oder gespeichert wird, um in trockenen Zeiten zur Bewässerung von Parks zu dienen. Generell können eine verstärke Nutzung und Bewirtschaftung von Regenwasser positive Auswirkungen für die Siedlungswasserwirtschaft haben.“  In vielen Autowaschanlagen findet dies bereits jetzt Anwendung.

Autor: Sandra Schäfer

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