Autowäsche 2030

Die automechanika Frankfurt und EUnited (European Association of Vehicle Cleaning Equipment Manufacturers) haben eine Foresight-Studie bei zpunkt in Auftrag gegeben und nun in Frankfurt der Öffentlichkeit präsentiert.

Um verschiedene Szenarien für die Autowäsche 2030 zu entwickeln, hat zpunkt einige Branchenkundige interviewt und sowohl 15 Einflussfaktoren sowie zehn Dimensionen des Autowaschens herausgearbeitet, um daraus drei Szenarien für die Autowäsche 2030 zu entwickeln.

Einflüsse

Von den insgesamt 15 Faktoren beschreibt zpunkt drei als gegeben. Das heißt, diese drei Faktoren werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2030 nur in eine Richtung entwickeln. Für die restlichen zwölf Faktoren sind mehrere Varianten denkbar.

Die drei „statischen“ Einflüsse sind: Urbanisierung (Bedeutungszuwachs der Städte, weiterhin Mietpreisprobleme), neue Zeitmuster (Beschleunigung im Arbeits-/Alltagsleben) und der Klimawandel (unbeständiges Wetter, Schadstoffbelastungen).

Vom Faktor Klimawandel hängen weitere Faktoren ab: das Umweltbewusstsein der Allgemeinbevölkerung und die etwaigen Umweltregulierungen durch staatliche Institutionen. Zwar ist der Klimawandel ein harter Fakt, die beiden Unterpunkte können sich jedoch unterschiedlich entwickeln, wie die Szenarien zeigen werden.

Weitere Faktoren betreffen die Art der Mobilität selbst. Das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung sowie die Verbreitung von Mobilitätsservices (Carsharing, etc) und die damit zusammenhängende Fahrzeugpopulation (wie viele und welche Autos gibt es in Zukunft?), aber auch die Option des autonomen Fahrens, worauf es zurzeit noch keine ausgerichteten Anlagen gibt.

Dieser Faktor wird allerdings ebenfalls von Weiteren beeinflusst: der KI (Künstliche Intelligenz und dem Internet of Things (IoT), welche beide eng miteinander verknüpft sind. Wie bereits in unserer Reihe zur Digitalisierung festgestellt, leben wir bereits in einer smarten Welt, in der Objekte miteinander kommunizieren können. Werden diese beiden Faktoren weiter ausgebaut, nimmt das erheblichen Einfluss auf die Wäsche der Zukunft und einen weiteren Schlüsselpunkt: die Mensch-Maschine-Interaktion. Bisher erfreut sich an Anlagen die Knopf-Variante immer noch großer Beliebtheit. In Zukunft sind auch Sprachsteuerungsmodelle o.Ä. denkbar, wie uns verschiedene Anbieter solcher Sprachassistenten schon heute vermuten lassen.

Zuletzt beeinflusst auch die Servicekultur unserer Gesellschaft das Waschgeschäft, welches voraussichtlich zu sog. Business-Ökosystemen führt: Kooperationen zwischen verschiedenen Branchen, aber auch Beteiligten innerhalb einer Branche, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.

Waschdimensionen

Diese Dimensionen sind aus zehn essentiellen Fragen heraus entwickelt worden, die alle verschiedene Einflussfaktoren miteinbeziehen.

  1. Nachfrage: Wie wird sich die generelle Nachfrage nach Autowäschen 2030 entwickeln?
  2. Anlagenort: Welche Orte werden wichtig für die Positionierung (neuer) Anlagen?
  3. Betriebskonzept: Wie werden die Anlagen betrieben (Stichwort: Automatisierung)?
  4. Anlagentyp: Werden verschiedene Anlagentypen verschwinden bzw. werden einige Typen an Wichtigkeit gewinnen?
  5. Waschoptionen: Welche Services werden an den Anlagen angeboten bzw. wie sehen die Waschprogramme aus?
  6. Waschtechnologie: Welche Technologien werden die Wäsche unterstützen und wie wird sich die Chemie entwickeln?
  7. Added-Value-Services: Welche anderen Angebote abseits der Wäsche wird es geben?
  8. Anlagenwartung: Wie wird die Wartung geplant und durchgeführt?
  9. Betreiberlandschaft: Wie viele Anlagen wird es überhaupt geben?
  10. Herstellerlandschaft: Wie werden sich die Hersteller entwickeln bzw. wie viele Hersteller wird es geben?

Komplexes Gebilde und Szenarien

Wie die 15 Einflussfaktoren und die daraus resultierenden Dimensionen zeigen, ist das Waschgeschäft schon heute ein komplexes System mit vielen Chancen und Risiken. Zpunkt hat daraus nun drei Szenarien entwickelt, die je nach gedrehter Stellschraube verschieden aussehen können.

Wichtig ist, dass es sich dabei nicht um eine Voraussage handelt, die genauso eintritt. Es sind eher potentielle Prognosen, die die Extreme abstecken wollen, wobei es ein „Baseline Szenario“ gibt, das tatsächlich für wahrscheinlich gehalten wird.

In den kommenden Tagen möchten wir Ihnen hier die Szenarien einzeln vorstellen.

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Autor: Eva Heuft

Eva Heuft, studierte Germanistin und Anglistin, arbeitet als Redakteurin für das CarwashPro Magazin.

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