MINDA kommt aktuell dank guter Warenwirtschaft gut durch die Lieferschwierigkeiten

Die aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Lieferengpässe erreichen immer mehr Branchen und Teilbereiche der Wirtschaft. Auch in der Carwash-Branche sind die Auswirkungen spürbar. CarwashPro hat mit Sascha Gellermann, der im Vertrieb beim Hersteller von Kunststoffförderbändern MINDA tätig ist, über die aktuelle Lage und die Auswirkungen auf MINDA gesprochen.

Aktuell kommen mehrere negative Aspekte zusammen, die in manchen Teilen der Wirtschaft für große Einschränkungen sorgen. Einerseits sind internationale Lieferketten abgerissen, weil der Seetransport ins Stocken gekommen ist. Andererseits bestehen Lieferengpässe bei Vorprodukten und Rohstoffen, sodass Produktionsketten nicht reibungslos funktionieren. Gleichzeitig steigt in verschiedenen Bereich der Wirtschaft zusätzlich die Nachfrage an, was zu einer weiteren Verknappung von Rohstoffen, Materialien und Gütern führt.

CarwashPro steht mit Herstellern und Unternehmen der Carwash-Branche im Austausch und hat auch bei MINDA, ein deutscher Hersteller von Kunststoffförderbändern, nach der aktuellen Marktlage nachgefragt. Unsere Fragen beantwortete Sascha Gellermann, der bei MINDA im Vertrieb tätig ist und im engen Kontakt mit den MINDA-Kunden steht.

CarwashPro: Seit wann merken Sie bereits erste Einschränkungen?

Sascha Gellermann: Die Entwicklung der Rohstoffpreise und der Verfügbarkeiten ist bereits seit Beginn des Jahres 2021 stark angespannt und verschärft sich zunehmend. Der Preisanstieg bei Rohstoffen wie Stahl, Kupfer und Kunststoffen ist enorm und wird durch die künstliche Verknappung während der Pandemie weiter angeheizt. Mitunter sind einfachste Dinge, wie beispielsweise Packholz, Mangelware und schwer zu bekommen.

CarwashPro:  Wo sehen Sie den Ursprung der aktuellen Probleme?

Sascha Gellermann: Der Ursprung der Probleme liegt definitiv in der Corona-Pandemie. Weltweit bremste die sehr unterschiedlich geprägte Corona-Politik die Produktion und in der Folge den Transport aus. Häfen wurden geschlossen, weniger Container produziert und Personal abgebaut. Als die Transporte wieder anliefen, war das mit der kurzen Reaktionszeit nicht aufzuholen. Die kurz wirkende Sperrung des Suezkanals hat dann auch noch seinen Anteil dazu beigetragen, denn je länger die Engpässe dauern, desto höher türmt sich der Nachfragestau auf.

Da nahezu alle Geschäftsbereiche betroffen seien, kann der Mangel auch nicht durch neue Produktionsverfahren oder Lieferanten kurzfristig kompensiert werden. Die große steigende Nachfrage beispielsweise bei E-Mobilität, Energiewende und Digitalisierung in sämtlichen Bereichen hätten die Produzenten im Bereich der Halbleiter- und Elektronikkomponenten auch ohne Pandemie an die Grenzen gebracht. Derzeit arbeiten die Erzeuger der Elektronikkomponenten noch mit relativ hohen Rohstoffreserven, die aber perspektivisch weiter abnehmen werden.

CarwashPro:  Wie wirkt sich die Lage auf die Carwash-Betreiber aus, die zum Beispiel aktuelle oder geplante Bauprojekte verfolgen, laufende Anlagen mit Routineaustausch an Ersatzteilen haben oder auch mit Waschanlagen mit akutem Warenbedarf aufgrund eines Defektes?

Sascha Gellermann: Aktuell bedienen wir uns in vielen Fällen noch aus einem guten Lagerbestand, jedoch führen die Einschränkungen in den Lieferketten zu steigendem Verzug beim Versuch diese wieder aufzufüllen. Dies schlägt sich natürlich auch bei den Materialgesamtkosten nieder, wodurch sich Preisanpassung nicht vermeiden lassen.

Ein Routineaustausch von Ersatzteilen ist daher aktuell wohl noch unproblematisch, während sich gerade bei großen Bauprojekten, die oft über den üblichen Lagerbestand hinausgehen, Lieferzeiten mittelfristig verlängern werden.

CarwashPro:  Wie versucht MINDA die Lage für seine Kunden zu lösen?

Sascha Gellermann: Wir haben einkaufsseitig etliche Gegenmaßnahmen getroffen, um der Entwicklung bestmöglich entgegenzuwirken und sind früh auf unsere Lieferanten zugegangen, um auch bestehende Liefervereinbarungen abzusichern. Wir haben glücklicherweise einen hohen Anteil an wiederverwendbaren Standardkomponenten, welches uns ermöglicht innerhalb der gesamten Firmengruppe auf einen gut aufgestellten Lagerbestand und einen breiten Lieferantenstamm zuzugreifen.

Dies kann die aktuelle Situation jedoch nur kurzfristig überbrücken. Wir erwarten frühestens im 2. Quartal 2022 eine Entspannung. Gerade im Bereich der Elektrokomponenten kann man in den nächsten Jahren der dauerhaften Verknappung mit erhöhter Diversität der Elektronikkomponenten entgegenwirken und für wesentliche Komponenten Alternativen entwickeln, um wieder mehr Flexibilität in der Supply-Chain zu ermöglichen.

CarwashPro:  Was empfehlen Sie Ihren Kunden, um bestmöglich durch die kommenden Monate zu kommen?

Sascha Gellermann: Für einen weiterhin reibungslosen Ablauf von Projekten ist es entscheidend frühzeitig über gemeinsame Projekte in Kontakt zu treten, auch wenn die Planung noch nicht abgeschlossen ist, um auch Lieferanten mit ausreichend Vorlauf mit einbeziehen zu können. Bei frühzeitiger Abstimmung konnten wir trotz der schwierigen Beschaffungssituation bisher jeden Kunden pünktlich beliefern.

CarwashPro: Vielen Dank für die Antworten und Einblicke in die aktuelle Lage bei MINDA.

Autor: Sandra Schäfer

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