Wirtschaftliche Prognosen aktuell stark gespalten

Die Waschbranche ist in doppelter Hinsicht von der Finanzpolitik der Zukunft abhängig. Einerseits ist sie die Basis für Planungen von Investitionen in der Branche, andererseits zeigt sich mit einem verzögertem Effekt die Auswirkung von Änderungen der Steuerpolitik auch in der finanziellen Lage der Waschkunden. Dies wiederum wirkt sich auf die zu erwartenden Umsätze einer Waschanlage aus und haben dabei Einfluss auf die Finanzierungsplanung für Neu- und Umbauten. Das ifo-Institut zieht seit der Bundestagswahl eine besonders starke Unsicherheit in Prognosen, wie sich die Finanzpolitik der nächsten Jahre entwickeln wird.

Die Konjunktur ist aktuell zwiegespalten. Die Wirtschaftsbereiche im Dienstleistungssektor erholen sich aktuell stark von den Einschränkungen während der Corona-Zeit. Hier zeigt sich ein großes Wachstum am Markt, was jedoch in Relation zu dem sehr niedrigen Niveau aus dem Tief während der Lockdown-Phasen zu betrachten ist.

Hingegen steht die Industrie mitten in einer Phase der Umsatzschrumpfung, da Lieferengpässe bei wichtigen industriellen Vorprodukten weltweit die Märkte bestimmen. Zudem sind auch die weltweiten Logistikverbindungen derzeit im Umbruch. Die Lieferschwierigkeiten treffen auf die Folgen der Einschränkungen im Transportwesen und im weltweiten und grenzüberschreitenden Handel, sodass sich an dieser Stelle mehrere negative Effekte überlagern.

Prognose ist zwiegespalten

Nach der Phase der wirtschaftlichen Krise und der Zurückhaltung im Konsum werden sich die beiden aktuell im Fokus stehenden Wirtschaftsbereiche unterschiedlich entwickeln. Der Dienstleistungssektor wird sich stark erholen und ein Vorkrisenniveau anstreben. Es ist jedoch auch zu beachten, dass eine Vielzahl an Dienstleistungen schwer nachholbar sind. Wer sein Auto wegen geschlossener Waschanlagen im Lockdown nicht waschen könnte, wird es deswegen in den in kommenden Monaten nicht doppelt so häufig waschen. Ähnlich verhält es sich zum Beispiel im Frisör- und Gastronomiebesuchen.

Auf der anderen Seite gibt es einen Produktionsstau in der produzierenden Industrie. Nach Angaben des ifo-Instituts beklagen aktuell fast 70 Prozent der befragten Unternehmen der letzten Konjunkturumfrage aus August eine Behinderung der Produktion. Gleichzeitig sei die Nachfrage aktuell so hoch, sodass die Auftragsbücher der Unternehmen so voll seien wie selten zuvor. Dieser Rückstau wird abzüglich einer gewissen Stornierungsmenge abgebaut werden müssen. Daher rechnet das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, kurz ifo, mit einer schnellen Erholung der wirtschaftlichen Lage, sobald die Probleme der Lieferengpässe gelöst sind.

2023 wird wieder Expansion stattfinden

Das Jahr 2022 wird nach Erwartungen des ifo ein Ausnahmejahr werden. Die Zuwachsraten der Wirtschaft werden übermäßig hoch sein, was aber an dem besonders niedrigen Vergleichswert aus 2021 liegen wird. So wird das kommende Jahr von Ausgleich und Normalisierung geprägt werden. Die ifo-Prognose für 2023 sieht optimistisch aus: „Im Jahr 2023 wird die deutsche Wirtschaft dann wieder mit normalen Raten expandieren.“ heißt es in einer Veröffentlichung.

Autor: Sandra Schäfer

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