Mr. Wash eröffnete Waschanlage auf drei Etagen

Die Waschanlagenkette Mr. Wash hat in Bonn ihre 35. Filiale eröffnet. Der Bau sticht durch seine Dimension aus der Umgebung hervor. Das Unternehmen wollte mit dieser Anlage ein Zeichen für die Zukunft der Waschanlagen setzen. Das erklärte Ziel ist die „Ikeaisierung“ der Carwash-Branche.

Wer an Möbel denkt, denkt ziemlich schnell auch an die schwedische Möbelkette mit gelb-blauem Logo. Eine ähnliche Verknüpfung wünscht sich Richard Enning für die Autowaschkette Mr. Wash. Er ist einer der beiden Brüder der Unternehmensführung des Essener Autowaschunternehmens, das 1964 von deren Vater Joseph gegründet wurde. Mr. Wash plant aktuell noch weitere Projekte, die neue Maßstäbe für Autowaschanlagen setzen sollen.

Autopflege über drei Etagen

Im Bonn stehen den Kunden drei Etagen zur professionellen Autopflege zur Verfügung. Im Erdgeschoss warten zwei parallele Waschstraße auf bis zu 3.000 Waschkunden pro Tag. Im Obergeschoss findet die Innenreinigung aug einem Förderband statt. Hier wird den Kunden eine gemütliche Atmosphäre geboten, um die Zeit der Reinigung zu überbrücken. Im Untergeschoss befinden sich die SB-Saugerplätze. All dies befindet sich am Standort in Bonn auf nur 5.800 Quadratmetern. Normalerweise würde eine Anlage dieser Größenordnung das Dreifache an Fläche brauchen. In der Bonner Innenstadt entschied man sich daher für den Bau einer mehrgeschossigen Anlage.

Hochwertige Preise ohne Kleingeld

Die Kunden befahren die Waschanlage über eine von drei Kassen. Dort finden sie gut sichtbar die Preise für die Wasch- und Innenreinigungsleistungen. Die Preisspanne reicht von neun Euro bis fünfzig Euro. Auffällig dabei ist, dass es immer runde Beträge sind. Die Unternehmensführung setzt dies bewusst ein: „Wenn ich fünfzig Euro haben will, muss ich dem Kunden doch nicht mit Cent-Beträgen vorgaukeln, dass er weniger zahlt“, erklärt Richard Enning. Für das Unternehmen und das Personal an den Kassen hat dies einen weiteren Vorteil. Noch immer zahlt mehr als die Hälfte der Mr. Wasch-Kunden mit Bargeld. Durch die runden Beträge fällt das Zählen und Auszahlen von Kleingeld weg. Auch das spare am Ende Zeit ein.

Um die Investitionen von 20 Millionen Euro zu rechtfertigen, spielt Zeit eine große Rolle in bei den Waschstraßen von Mr. Wash. Die Arbeitsgeschwindigkeit der Mitarbeiter geben die Transportbänder vor. Auf Bildschirmen ist die Auslastung der Anlage für die Mitarbeiter jederzeit sichtbar. Rein rechnerisch verlässt alle dreißig Sekunden ein sauberes Fahrzeug die Waschanlage.

Die neue Mr. Wash-Anlage verfügt über eine mehrspurige Einfahrt. (Quelle: Mr. Wash)

Prinzip „IKEA“ in der Waschanlage

Die Gebrüder Enning wollen mit ihren Unternehmen im Waschanlagenmarkt ähnlich erfolgreich werden, wie es Ikea in der Möbelbranche ist. Dafür ist es für sie wichtig, Kundenwünsche zu erkennen und ein passendes Angebot bereitzustellen. Dies zeigt sich zum Beispiel an der kostenlosen Möglichkeit, den Reifendruck an den Selbstbediener-Saugerplätzen zu nutzen. An vielen Tankstellen ist diese Leistung mittlerweile kostenpflichtig, sodass die Kunden das Angebot an den Mr. Wash-Standorten gerne annehmen, so das Unternehmen. Gerade die überdachte SB-Halle am Standort Bonn soll Kunden eine angenehme Umgebung zur Autoreinigung bieten. Mit 45 SB-Saugerplätzen haben die Kunden genügend Platz und warmes Wasser zur Verfügung. Dem Gedanken der Erfüllung von Kundenwünschen folgend hat Mr. Wash auch einzigartige Sauger entwickelt und patentieren lassen. Diese Staubsauger pusten auf Knopfdruck die Verschmutzungen aus den Ritzen und saugen ihn gleichzeitig an.

Nachhaltigkeit ist Teil des Konzeptes

Einer der Brüder Enning ist als studierter Elektrotechniker für die technische Entwicklung im Unternehmen zuständig. So hat Mr. Wash eigene Elektromotoren für die Waschtechnik entwickelt, die ähnlich wie bei Elektrofahrzeugen Energie rückgewinnen können und so etwa 15 Prozent der Energiekosten einsparen. Auf dem Dach der neuen Waschanlage in Bonn befindet sich eine 1.400 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage, was etwa sechs bis sieben Tennisplätzen entspricht. Sie erzeugt den Strom für 100.00 Autowäschen im Jahr.

Der sparsame Umgang mit Wasser wurde ebenfalls bedacht. Die Anlage in Bonn braucht pro Fahrzeug rund 300 Liter Wasser, wovon etwa siebzig Prozent wiederverwendet werden.

Wachsame Konkurrenz

Der ebenfalls in Bonn ansässige Betreiber Top Wash mit zwei großen Waschanlagen betrachtet den neuen Mr. Wash-Standort sehr genau. Der Geschäftsführer Mario Lehmann äußerte sich Medienvertretern gegenüber besorgt, dass diese Dimension einer Waschanlage Konsequenzen für kleine Anlagen haben würde. Besonders Portalwaschanlagen, die es überwiegend an Tankstellen gibt, würden es nach seiner Auffassung nun schwerer haben. „Wir werden sicherlich sehen, wie einige Betreiber kaputtgehen“, sagt er.

CarwashPro.de wird auch über die nächsten Projekte von Mr. Wash berichten.

Autor: Sandra Schäfer

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