Autofahren in der Stadt wird immer weniger

Eine neue Studie hat das Mobilitätsverhalten der Menschen in Städten und im ländlichen Raum verglichen. In Städten mit über 100.000 Einwohnern setzt sich der Trend zur sinkenden Nutzung des Autos weiter fort. 

Im November 2020 gaben 33 Prozent der Befragten an, dass ihnen der Besitz eines Autos in der Stadt wichtig sei. Im Vorjahr 2019 waren dies noch 40 Prozent. Damit nimmt die Bedeutung des Autos als primäres Transportmittel im Individualverkehr weiter ab. 41 Prozent der befragten Stadtbewohner gaben sogar an, gut auf ein Auto verzichten zu können, im ländlichen Raum sagten dies aber nur 12 Prozent aus.

Autofahren im ländlichen Raum
Im ländlichen Raum bleibt das Auto das wichtigste Transportmittel. (Quelle: Pixabay)

Im ländlichen Raum bleibt das Auto wichtig

Unter den Teilnehmern einer Online-Umfrage der Dualen Universität Baden-Württemberg Ravensburg gaben 58 Prozent der Menschen aus dem ländlichen Raum an, dass ihnen ein eigenes Auto wichtig sei. 62 Prozent von ihnen gaben an, dass ein Auto im ländlichen Raum für Unabhängigkeit und Freiheit stehen würden.

Trendthemen wirken sich auf die Einstellung zum Autofahren aus

In den zurückliegenden Jahren – vor der Corona-Krise – dominierte das Thema der Klimafreundlichkeit und des Umweltschutzes die Einstellung der Menschen zum Auto. Scheinbar wichtige Gründe waren der CO2-Ausstoß und der Kraftstoffverbrauch. Es zeigte sich ein Trend, aus Gründen des Umweltschutzes die Autonutzung zu reduzieren und wo möglich auf umweltfreundliche Alternativen umzusteigen. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) geriet in dem Fokus besonders im städtischen Transportwesen. Mit Beginn der Corona-Krise geriet das Thema Umweltschutz scheinbar in den Hintergrund. Sicherheit, Hygiene und der reduzierte Kontakt zu anderen Menschen wurden wichtigere Kriterien bei der Wahl eines Transportmittels. 48 Prozent der Stadtbewohner und 57 Prozent der Menschen aus dem ländlichen Raum gaben an, sich im eigenen Auto wohler zu fühlen als in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bushaltestelle im öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV
ÖPNV ist noch immer keine akzeptierte Alternative zum Autofahren. (Quelle: Pixabay)

Hohe Kosten und schlechte Fahrpläne bleiben Dauerbrenner

Das anhaltend hohe Preisniveau und die schlechte Zuverlässigkeit im ÖPNV bleiben die Hauptgründe, die für 60 Prozent der Befragten gegen den öffentlichen Personennahverkehr sprechen. Städtische Befragte nannten zu 46 Prozent einen unpassenden Fahrplan als Grund gegen den ÖPNV, im ländlichen Bereich lag dieser Wert sogar bei 64 Prozent.

Autofahren bleibt auf dem Land relevant für die Carwash-Branche

Solange sich der Trend von der Abkehr vom Auto nicht weiter fortsetzt, kann die Carwash-Branche zuversichtlich in die Zukunft blicken. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass mittel- bis langfristig mit einer Einstellungsänderung der Menschen zu berechnen ist und die Autonutzung sich reduzieren könnte. Zuerst wird sich eine solche Veränderung in größeren Städten zeigen, wohingegen im ländlichen Raum noch auf längere Zeit mit einer stabilen Autonutzung zu rechnen ist.

Aufmerksam bleiben und schon jetzt an die Zukunft denken

Für Betreiber von Autowaschanlagen zeigt diese Studie einmal mehr, dass man die Interessenslage der Kunden weiter beobachten muss und sich auf Änderungen einstellen sollte. Schon jetzt haben einige Carwash-Betreiber auf Änderungen in ihrem Einzugsgebiet reagiert. Waschanlagen für Fahrräder und Hundewaschanlagen sind an immer mehr Standorten eine attraktive Erweiterung des Angebotes für die Kunden geworden.

In der Online-Befragung der Dualen Universität Baden-Württemberg Ravensburg wurden 500 Teilnehmer im November 2020 befragt. Von ihnen stammte ein Drittel aus Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern und zwei Drittel aus dem ländlichen Raum.

Autor: Benedikt Wolter

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