Wie geht es nach einem Schaden in der Waschanlage weiter?

Der Unfall des 80-jährigen Fahrers, der zwei Autos durch eine Waschanlage in Lindau schob, zeigt wieder einmal, wie schnell ein Betreiber mit dem Thema der Schadensregulierung konfrontiert werden kann. Viele Themen gilt es dann gleichzeitig zu bearbeiten und über allem schwebt die Sorge um finanzielle Verluste. CarwashPro.de hat mit Raymond Salvetat, Vertriebsleiter für den globalen Anlagenbau bei WashTec, über hilfreiche Maßnahmen gesprochen.

„Wir haben alle Vorgaben eingehalten und trotzdem sind wir nicht vor einem solchen Schaden gefeit.“ Verzweifelt blickte der Betreiber der Waschstraße eines Autohauses in Lindau auf die defekte Waschstraße. CarwashPro.de hatte bereits über den Unfall in der Waschstraße in Lindau berichtet. Ein solches Ereignis mag in seiner rechnerischen Häufigkeit nicht sehr wahrscheinlich sein, aber passieren kann es in jeder Anlage, überall und zu jeder Zeit. Auch die Größe des Schadens ist nie vorhersehbar. Man kann immer nur hoffen, dass keine Menschen zu Schaden kommen.

Erste Maßnahmen nach dem Schaden

Wenn sich in einer Waschanlage doch einmal ein Unfall ereignet hat, werden die meisten Betreiber sich direkt zu dem beteiligten Fahrzeug begeben. Genau dies sollte auch der erste Schritt sein, um festzustellen, ob Personen zu verletzt wurden. Der nächste Blick wird sich wohl auf den entstandenen Schaden am Fahrzeug richten, denn hier wird auch der beteiligte Kunde sehr schnell den Fokus darauf legen. Der nächste Blick sollte dann auch schon die Waschanlage betreffen, denn neben der Feststellung des eigenen Schadens sollte auch ausgeschlossen werden, dass von beteiligten Bauteilen weitere Gefahren ausgehen. Zuletzt wird sich der Blick auf die Schlange der wartenden Kunden richten. Aber hier sei vor vorschneller Inbetriebnahme der Waschanlage gewarnt.

Nicht sofort weiter waschen!

Auch wenn die sichtbaren Schäden sich in Grenzen zu halten scheinen und mit einer Programmänderung ohne die betroffenen Bauteile weiter gewaschen werden könnte, rät Raymond Salvetat, Vertriebsleiter für den globalen Anlagenbau bei WashTec, von dieser Entscheidung ab. Eine oft nicht sichtbare Gefahr geht von beschädigten Bauteilen aus, die indirekt am Unfall beteiligt gewesen waren. So können etwa Halterungen oder Schweißnähte instabil geworden sein und Bauteile könnten im weiteren Verlauf zu Folgeschäden führen. Hier liegt die Verantwortung und die Haftung zu einem sehr großen Teil beim Betreiber. „Ich rate in solchen Fällen lieber zu einer gründlichen Service-Überprüfung, um kein Risiko einzugehen. Mögliche Kosten durch den Ausfall der Anlage können als Unfallfolge in Rechnung gestellt werden.“

Rechtsstreitigkeiten

Der Graus eines jeden Betreibers sind die Rechtsstreitigkeiten nach einem Unfall. Auch wenn Versicherungen gegen Schäden zu jedem Unternehmen dazu gehören, liegt es doch in der Natur der Sache, dass diese sehr genau prüfen, ob sie Kosten begleichen müssen oder jemand anderes eine (Teil-) Schuld trägt. „Der beste Weg in solche Verhandlungen einzusteigen, ist eine kompetente Rechtsvertretung. Ein Anwalt ohne Fachkenntnisse wird hier schnell an seine Grenzen kommen. Passende Kontakte findet man zum Beispiel sehr gut über die Branchenverbände wie den BTG in Deutschland“ so Salvetat.

Videoüberwachung kann sich auszahlen

In vielen Fällen hat sich eine professionelle Videoüberwachung als hilfreich erwiesen. Je besser die Dokumentation unmittelbar vor dem Schadensereignis und der Ablauf des Unfalls ist, desto eindeutiger ist die Rechtslage im Streitfall zu bewerten. Auch vergleichende Aufnahmen von einem Fahrzeug bei der Einfahrt in die Waschanlage nimmt manchem Streit mit einem Kunden die Luft aus den Segeln, wenn behauptet wird, dass die Waschanlagen Schäden am Fahrzeug hinterlassen hätte. Somit sollte eine Waschanlage mit einer guten Videoüberwachung außerhalb der Anlage und auch innerhalb der Anlage ausgerüstet sein.

Autor: Sandra Schäfer

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