Nationale Wasserstrategie soll Wasserknappheit verhindern

Vor kurzem hat das Bundesumweltministerium den Entwurf für eine nationale Wasserstrategie vorgestellt. Da Wasser für Waschanlagen eine zentrale Ressource ist, werden neue Regelungen sich direkt auf die Branche auswirken. CarwashPro.de hat dazu mit Thomas Drott, Geschäftsführer des BTG, über seine Erwartungen zu den Auswirkungen gesprochen.

„Mein Ziel ist, dass auch in 30 Jahren sauberes Wasser immer und überall in Deutschland ausreichend verfügbar ist“ verkündet Bundesumweltministerin Svenja Schulze bei der Vorstellung des Entwurfs zur nationalen Wasserstrategie. Neben einer umfassenden Analyse der Herausforderungen im Umgang mit Wasser sieht der Entwurf 57 Maßnahmen vor, die den Zugang zu und die Qualität von Wasser in Deutschland sichern sollen.

Eine dieser Maßnahmen ist die Entwicklung einer Wassernutzungshierarchie, die festlegen soll, wer in welcher hierarchischen Reihenfolge Wasser in Zeiten von Knappheit nutzen darf. Hier wird die Carwash-Branche mit großem Interesse hinsehen müssen, wo sich Waschanlagen in dieser Hierarchie einordnen werden.

Zugang zu Wasser

Zu diesem wichtigen Thema hat die Redaktion von CarwashPro.de mit Thomas Drott vom Bundesverband Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland e.V. gesprochen. Er sieht die Pläne der Bundesregierung als Bedrohung an.

„Das Bundesumweltministerium beschäftigt sich offensichtlich mit der Frage einer langfristigen Wassernutzung, vor allem wahrscheinlich vor dem Hintergrund der letzten Dürrejahre, wobei die Befürchtung, dass diese sich wiederholen und sogar noch stärker ausfallen könnten, im Vordergrund stehen mag.

Darauf geht das Bundesumweltministerium schwerpunktmäßig mit der Wassernutzungshierarchie ein. Dieser Begriff klingt nicht nur bedrohlich, er ist es auch. Natürlich ist es verständlich, dass Trinkwasser und das Wasser, das Tiere und Pflanzen zum Überleben brauchen, an erster Reihe stehen werden.“

Als Interessenverband der Tankstellen und Waschanlagen wird sich der BTG in den politischen Prozess einbringen. „Wir werden uns im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens dafür einsetzen müssen, dass die Autowaschbranche in der Wassernutzungshierarchie weit oben steht. Einfach wird das leider nicht.“

Kosten für Wasser

Eine weitere Maßnahme, die sich auf die Branche der Waschanlagen auswirken wird, betrifft die Planung von „Smarten Wassertarifen“. In der Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums wird diese Maßnahme in der Form bildhaft beschrieben, das Bürger Wasser dann verbrauchen sollen, wenn es nicht alle gleichzeitig tun. So sollen zeitlich begrenzte Knappheiten die Wasserversorgung weniger einschränken.

Auch diesen Aspekt sieht Drott als kritisch an: „Ansonsten beabsichtigt das Ministerium, den Wasserverbrauch ‚zielgerecht zu leiten‘. Wie immer fällt den Ministerien hierzu die Preisschraube ein, zum einen bei der Wasserabnahme, zum anderen kurioserweise auch bei einer Neugestaltung der Abwasserabgabe. Es entsteht ein bisschen der Eindruck, dass unter dem Vorwand des Wasserschutzes schlicht und ergreifend die Gebühren angehoben werden sollen. Dabei dürfte eine Erhöhung der Gebühren keine Verbesserung der Umwelt nach sich ziehen, sondern nur plausible Konzepte.“

Schadstoffe im Abwasser

Schließlich soll auch die Qualität des Wassers verbessert werden, unter anderem durch die Reduktion von Schadstoffen im Abwasser. Drott sieht auch bei diesem Aspekt die Notwendigkeit im anstehenden Prozess genau zu beobachten, wie die Umsetzung erfolgen soll. „Die übrigen Punkte des Konzeptes sind recht pauschal dargestellt, sodass man hier Konkretisierungen abwarten muss. Auf jeden Fall ist ein weiteres Ziel die Verminderung der Einleitung von Schadstoffen. Dies soll angeblich durch eine Neugestaltung der Abwasserabgabe erreicht werden. Man darf gespannt sein, wie dies geregelt werden soll. Es bleibt für unsere Branche zu hoffen, dass die von uns eingeleiteten Schadstoffe, die äußerst gering sind, nicht zu einer Erhöhung der Abwassergebühren führen werden.“

Bildquelle: BMU/Sascha Hilgers

Autor: Sandra Schäfer

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