Digitaltechnik in Autos: Fluch oder Segen?

Die analoge Zeit gehört seit einigen Jahren der Vergangenheit an. In allen Bereichen des Lebens hält das digitale Zeitalter Einzug. So auch in der Autoindustrie. Für Fahrzeughalter und -fahrer bedeuten die neuen Features zumeist erhöhte Sicherheit und Einfachheit. Für Waschanlagenbetreiber können sie allerdings einige Tücken aufweisen.

Andererseits leuchtet Licht am Horizont. Mercedes und Tesla haben mit ihren Versionen eines integrierten Carwash Modes im Fahrzeug auf diese Tücken reagiert. Das gilt aber noch längst nicht für alle Hersteller, weshalb Betreiber von Waschanlagen sich immer informieren sollten, welche Probleme mit der neuen Technik entstehen können und welche Modelle besonders „gefährdet“ sind.

Automatisierte Probleme

Neben offensichtlichen, kleineren Problemen, die bspw. durch automatische Scheibenwischer entstehen, sind es auch Funktionen neuer Autos, die die Sicherheit für Fahrer und Mitbürger zwar enorm steigern, insbesondere aber in der Waschstraße die Sicherheit reduzieren. Automatische Bremsassistenten sind dafür ein Paradebeispiel. Die Sensoren, die für das Auslösen der Funktion verantwortlich sind, können derzeit nicht unterscheiden, ob das Hindernis ein spielendes Kind auf der Straße ist oder eine Bürste im Waschtunnel, wie Steven Vugrin (NoPileups von DRB Systems) carwash.com berichtet.

Löst der Sensor die Bremsen aus, springt das Auto aus der Zugkette und erhöht somit die Gefahr, Kollisionen im Tunnel hervorzurufen. Gleiches Problem erscheint auch bei vielen Automodellen, die automatisch bremsen, sobald sie keinen Fahrer mehr auf dem Fahrersitz erkennen.

Ein weiteres, recht junges Feature ist, dass sich Autos abschalten, sobald sie in den Leerlauf bzw. in die „neutrale“ Position bei Automatikfahrzeugen geschaltet werden. Craig Fitzgerald (BestRide.com) führt hier den Volvo S90 an, der sich in durch diese Technologie nicht mehr hat bewegen lassen und für welchen es sechs versteckte Schritte benötigte, um das Feature auszustellen. Sowohl für Betreiber als auch für Autofahrer sind das moderne Herausforderungen, über die man sich zwar Gedanken machen sollte, sie aber nicht offensichtlich auf der Hand liegen. Schließlich möchte man eigentlich doch nur das Auto waschen lassen.

Betreiberaufgabe

Um unschöne Erfahrungen für Betreiber und Fahrer zu vermeiden, sollten sich deshalb nicht nur Fahrer über ihr Auto informieren. Auch für Betreiber ist es wichtig, über aktuelle Tücken verschiedener Automodelle Bescheid zu wissen und diese Informationen an ihre Mitarbeiter weiterzugeben. Die International Car Wash Association (ICA) hat zu diesem Zweck eine Liste mit bekannten Problemautos herausgegeben, die ständig aktualisiert wird.

Um weiterhin präventive Maßnahmen zu ergreifen, lohnt es sich ebenfalls über Anti-Kollisionssysteme nachzudenken und ein solches ggf. zu installieren. Diese können gepaart mit Monitoring Systemen viele der Probleme überwachen und dadurch aushebeln.

Außerdem sind die verschiedenen vereinfachenden Technologien inzwischen recht ausgereift, weshalb Autos heute weniger Probleme bereiten als noch vor acht Jahren, als die Technologie gerade einführt wurde. Viele Assistenzsysteme lassen sich bequem durch Knopfdruck ausschalten, entweder im Vorhinein oder aber, wenn die Sensoren eine Gefahr entdecken und Alarm geben.

Es handelt sich bei den neuen Features demnach um ein klassisches, zweischneidiges Brett. Sie können Fluch und Segen zugleich sein. Gerade Waschanlagenbetreiber sollten sich mit dem Thema auseinandersetzen, damit der Segen für den Fahrer nicht zum Fluch für den Betreiber wird.

Autor: Eva Heuft

Eva Heuft, studierte Germanistin und Anglistin, arbeitet als Redakteurin für das CarwashPro Magazin.

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