Straftaten vorbeugen: Teil 2 – Raub und Vandalismus

In unserer Miniserie wollen wir heute über Raub und Vandalismus und deren Vorbeugung berichten. Neben Einbrüchen sind diese zwei Gelegenheitsverbrechen die am meisten Verbreitetsten, die Ihrem Geschäft viel Schaden zufügen können.

Nach §249 StGB handelt es sich um Raub, wenn eine Person einer anderen Person eine Sache unter Gewalt oder nur unter deren Androhung wegnimmt („rechtswidrig zueignen“). Wird beim Raub eine Waffe oder Werkzeug, welches als Waffe genutzt werden kann, mitgeführt und/oder eine Person körperlich schwer misshandelt oder gar gefährlich verletzt, spricht man von „schweren Raub“ (§250 StGB).

Als weitläufig Vandalismus bezeichnete Straftaten werden im Strafgesetzbuch unter „Sachbeschädigung“ (§303 StGB) geführt. Täter, die öffentliches oder privates Eigentum absichtlich zerstören oder beschädigen begehen eine solche Sachbeschädigung. Nach dem StGB zählt als Straftat aber ebenso, das Erscheinungsbild der fremden Sache unbefugt dauerhaft zu verändern.

Gemeinsamkeiten

Auch wenn die gesetzliche Handhabung der verschiedenen Straftaten auch entsprechend verschieden festgelegt ist, haben diese drei Verbrechen dennoch einiges gemeinsam. Dadurch helfen viele der vorgestellten Maßnahmen zum Thema Einbrüche auch als Prävention gegen Raub und Vandalismus.

Insbesondere die gute Ausleuchtung der Anlage und die Verwendung eines Videoüberwachungssystems schrecken Täter vor allen drei Arten ab. Werden Sie dennoch Opfer eines Überfalls oder Einbruchs (Achtung: Auch hier kann es durch das Aufbrechen von Automaten und Gebäuden zu Vandalismus kommen), hilft das Überwachungssystem unter Umständen bei der Aufklärung und Festnahme der/des Täter(s).

Risikofaktor Bargeld

Bei den meisten Raubüberfällen geht es um die gewaltsame Aneignung des vorhandenen Bargelds statt des Diebstahls von Maschinen oder ähnlichem. Hier gibt es einige Möglichkeiten, die Verfahrensweisen rund um das Bargeld zu optimieren und damit den Gewinn zu schützen.

Bargeld ist das größte Ziel für Raubüberfälle

Falls Sie Bargeld über längere Zeit im Gebäude aufbewahren, verwenden Sie in jedem Fall einen Safe und lagern Sie nicht mehr Geld als nötig. Es ist anzuraten so häufig wie möglich das Geld zur Einzahlung zur Bank zu bringen. Dieser Prozess sollte darüber hinaus auf verschiedenen Wegen, von verschiedenen Mitarbeitern zu unterschiedlichen Zeiten durchgeführt werden. Damit verhindern Sie einen Überfall auf den Geldtransport. Alternativ kann auch eine Security Firma engagiert werden, die den Transport für Sie übernimmt. Die Mitarbeiter solcher Dienstleister sind geschult und die Transportwagen in der Regel besser gegen Raub geschützt.

Seminare zum Umgang mit Raubüberfällen bieten sich aber nichtsdestotrotz auch für Ihre Mitarbeiter an. Dort werden nicht nur Selbstverteidigungstechniken trainiert, sondern auch im Notfall Ruhe zu bewahren. Mitarbeiter sollten sich nämlich niemals selbst dem Risiko aussetzen, einen Überfall auf eigene Faust verhindern zu wollen.

Daher weisen Sie sie auch entsprechend an, das Bargeld nie in der Öffentlichkeit, sondern ausschließlich in abgeschlossenen Büros o.Ä. zu zählen und weiter damit zu verfahren.

Mitarbeiter

Ein weiterer Faktor, der durchaus ein Risiko darstellen kann, geht vom Mitarbeiter aus. Beim Thema Bargeld ist es ratsam, Hintergrundüberprüfungen durchzuführen und beispielsweise ein Führungszeugnis vor Anstellung zu verlangen. Dies ist in den meisten Unternehmen für Mitarbeiter, die mit Geld in Berührung kommen, das Standardprozedere.

Außerdem bietet es sich an, ein Buddy-System einzuführen. Angelehnt an die Buddy-Programme in Studium, Schule und anderen Wirtschaftsunternehmen zu Beginn einer Anstellung, wird hier dafür gesorgt, dass kein Mitarbeiter je mit Bargeld oder Wertpapieren alleine ist. Die Zählung und Abwicklung des hintergründigen Geldgeschäfts wird immer gemeinsam unter mindestens zwei Paar Augen durchgeführt und verhindert somit, dass ein Mitarbeiter in Verlegenheit gebracht wird.

Im folgenden Artikel werden wir auf „Mitarbeiter Unehrlichkeit“ ausführlicher zu sprechen kommen.

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Autor: Eva Heuft

Eva Heuft, studierte Germanistin und Anglistin, arbeitet als Redakteurin für das CarwashPro Magazin.

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