Scharfe Kritik am Mobilitätsgipfel: Ausgewählte Gäste und fehlende Alternativen zur Elektromobilität

Der Mobilitätsgipfel 2023 steht unter großer Kritik aus Teilen der Automobilbranche. Auch der Bundesverband Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland (BTG) sieht einen großen Kritikpunkt. Um Klimaziele zu erreichen, würde zu stark auf Elektromobilität gesetzt und zu wenig über Alternativen gesprochen.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Mobilitätsgipfels stand der Klima- und Umweltschutz, die Digitalisierung von Fahrzeugen, die Vernetzung von unterschiedlichen Verkehrsmitteln und die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten, gab der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, bekannt.

Die Teilnehmer dieses Spitzentreffens unterstrichen erneut ihr Ziel, bis 2030 mindestens 15 Millionen vollelektrische Autos auf deutschen Straßen fahren zu haben. Dazu sei ein „rascher Hochlauf der E-Mobilität erforderlich“.

Kritik am Mobilitätsgipfel

Das Treffen von Spitzenvertretern zum Thema Mobilität stand bereits vor Beginn unter starker Kritik. Mehrere Branchenvertreter kritisierten, dass sie nicht zur Teilnahme eingeladen worden waren und so nicht alle notwendigen Perspektiven für die aktuelle Debatte gehört würden. Der zweite starke Kritikpunkt richtet sich gegen die Fokussierung der Bundesregierung auf die E-Mobilität als Mittel zur Erreichung der Klima- und Umweltschutzziele. Auch der Bundesverband Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland (BTG) hat eine kritische Haltung zu diesem Thema.

BTG äußert sich zum Mobilitätsgipfel

Gegenüber CarwashPro.de hieß es aus dem BTG:

„Der Mobilitätsgipfel wird und wurde zu Recht kritisiert. Eingeladen wurden einmal mehr ausgesuchte Teilnehmer. Teilnehmer, die unbequeme Fragen stellen oder Gegenposition beziehen könnten, waren nicht eingeladen, vor allem keine Vertreter der Mineralölbranche. Damit setzt die Bundesregierung ihre konsequente Haltung fort: Der Fokus liegt einzig und allein auf der Elektromobilität. Gegenargumente werden schon seit Langem nicht mehr publiziert.“

Der BTG betont in seiner Argumentation die Vorteile von E-Fuels und möchte deswegen an einer weiteren Debatte zur Umsetzung der Klima- und Umweltschutzziele festhalten. „E-Fuels haben mehrere Vorteile: Sie können auch klimaneutral produziert werden, im Gegensatz zu Strom lässt die Energiespeicherqualität nicht nach, auch wenn sie länger gelagert werden – und das Vertriebsnetz für E-Fuels existiert bereits: an 14.500 Tankstellen bundesweit. Es müsste keine neue zusätzliche Infrastruktur geschaffen werden, die nicht einmal an allen Orten – soweit bekannt – technisch möglich ist. Insofern bedauern wir es sehr, dass sich die politischen Kräfte zurzeit ausschließlich auf Stromfahrzeuge fokussieren, ohne sinnvollen und ökologischen Alternativen eine Chance zu geben.“

Alternativen gefordert

Abschließend drückt der BTG in seiner Stellungnahme einen klaren Wunsch in Richtung der Bundesregierung aus: „Wir würden uns sehr freuen, wenn die Politik doch noch einlenkt, Alternativen zumindest in Erwägung zieht und somit der gesamten Tankstellenbranche eine Überlebenschance einräumt. Zumal auch viele Verbraucher, Bürger und Wähler sich offensichtlich bei der Wahl eines neuen Fahrzeugs immer noch einen Verbrennungsmotor wünschen.“

Autor: Sandra Schäfer

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